PRO RETINA Stiftung stellt sich vor: Forschung fördern, Zukunft gestalten Forumsbeitrag | SightCity Forum 2026 Referent(in): Dario Madani (stellv. Vorstandsvorsitzender, PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit; Geschäftsführer PRO RETINA Deutschland e. V.) und Karsten Schmeisser (Vorstandsvorsitzender, PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit) Datum: 27. Mai 2026 Vortrag-ID: F031011 Weitere Informationen: https://sightcity.net/F031011 ────────────────────────────────────────── ── Begrüßung & Vorstellung der PRO RETINA Stiftung ── Hallo, herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums vom 27.05.2026: „Die PRO RETINA Stiftung stellt sich vor – Forschung fördern, Zukunft gestalten." Referenten: Dario Madani und Karsten Schmeisser. Viel Spaß mit dem Vortrag, danke. **Dario Madani:** Ja, schönen guten Tag zusammen, oder schönen guten Nachmittag mittlerweile, auf der SightCity 2026. Mein Name ist Dario Madani, und ich würde Ihnen gerne heute mit meinem Vorstandskollegen Karsten Schmeisser die PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit vorstellen. Da sitzen vielleicht einige Leute, die mich kennen – ich bin auch noch Geschäftsführer der PRO RETINA Deutschland e. V. und habe seit Mitte letzten Jahres die große Ehre, auch im Vorstand der PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit sein zu dürfen, und zwar als stellvertretender Vorsitzender. Der liebe Karsten Schmeisser und ich haben uns überlegt, dass wir den Vortrag ohne Folien halten – die besten PowerPoint-Präsentationen sind, da wir beide blind sind, ohne Folien. Deswegen, für diejenigen, die Folien erwarten: Ich glaube, dass wir die gar nicht brauchen, sondern es vielleicht sogar hinbekommen, die PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit bildlich und auch akustisch so darzustellen, dass man keine Folien braucht, um das Thema zu verstehen und zu wissen, was wir tun und wofür wir schon vor vielen, vielen Jahren angetreten sind. ── Geschichte und Jubiläen der Stiftung (1977–2006) ── Und das Stichwort „vor vielen, vielen Jahren": Wir haben nächstes Jahr, 2027, zwei Jubiläen zu feiern, und zwar wird die PRO RETINA-Familie im Verein 50 und in der Stiftung 30 Jahre alt. Das heißt: 1997 sind wir mit der PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit an den Staat gegangen und wurden 2006 eine selbständige Stiftung. Was machen wir eigentlich, was macht die Stiftung? Wir haben die PRO RETINA damals, 1977, als Retinitis-Pigmentosa-Vereinigung gegründet, die dann in den Verein PRO RETINA Deutschland e. V. übergegangen ist. Eines der primären Satzungs- und Leitziele ist zuletzt die Forschungsförderung. Über die Jahre haben wir uns überlegt: Die Forschungsförderung braucht eine Stiftung – und so sind wir hingegangen und haben im Übergang von 1996 auf 1997 die PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit gegründet, mit dem Ziel, die ophthalmologische Forschung, die Forschung der Augenheilkunde in Deutschland, ganz aktiv mit Mitteln zu versorgen – um die Heilung, Forschung und Technologien und die Themen zu fördern, die für uns als Betroffene von degenerativen Netzhauterkrankungen wichtig sind. Und das machen wir seitdem sehr erfolgreich, mit Herz und nicht wenig Mitteln, um es mal so zu sagen. Ich müsste mich verstecken, wenn es so wäre, dass es eine Stiftung gibt, die die ophthalmologische Forschung in diesem Sinne so kontinuierlich und exklusiv fördert wie wir und die größer wäre als wir. Danke. [Im Hintergrund ist eine Durchsage zum Ausstellungsschluss zu hören, zunächst auf Deutsch, dann auf Englisch:] „Falls Sie noch zum Bahnhof möchten, empfehlen wir Ihnen, sich langsam auf den Weg zu machen. Die letzte Tour zum Bahnhof geht um 18 Uhr. Vielen Dank für Ihren Besuch und einen angenehmen Heimweg." Ähm, Madame, Monsieur – nein, doch nicht, okay. Ich hab, glaub ich – das ist, keine Ahnung, mein 10. Vortrag im SightCity Forum, oder vielleicht sogar schon mehr, und das war gerade eine Premiere. Ha, ha, ha – zu spät hab ich noch nicht, oh, sehr schön, gut. Dies, die PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit: Seit 1997 unterstützen wir die ophthalmologische Forschung mit Mitteln aus verschiedensten Quellen, vor allen Dingen aus Spenden, aus Nachlässen, aus Aufwendungen und – Entschuldigung, nicht Aufwendungen, sondern aus Zuwendungen, die uns zukommen gelassen werden – um genau dieses Ziel der Forschungsförderung zu fördern. ── Warum es die Stiftung braucht: Forschungsförderung in Deutschland ── Und die Forschungsförderung ist ein ganz, ganz, ganz wichtiges Thema – heute vielleicht noch wichtiger als früher, und früher genauso wichtig wie heute. In der Forschungslandschaft und in der Forschungsförderungslandschaft ist es notwendig und unbedingt, unbedingt notwendig und sinnvoll, dass es Stiftungen gibt, die sich der medizinischen Forschung und der Unterstützung von Heilmethoden und Therapien widmen. Wir waren gerade letzte Woche auf dem Stiftertag in Hamburg und haben dort gehört, dass es nur – und ich betone das Wort „nur" – 10 Prozent aller Stiftungen in Deutschland sind, die sich der Medizin verschrieben haben. Das sollte man eigentlich gar nicht denken, weil man hört immer sehr viel von Stiftungen, die sich der medizinischen Forschung oder der medizinischen Unterstützung verschrieben haben – es sind allerdings nur 10 Prozent. Ja. ── Bisherige Erfolge: Stiftungsprofessuren und Gentherapie ── Wir haben über die Jahre viele Stipendien vergeben. Wir haben Stiftungsprofessuren vergeben – die erste übrigens in Regensburg, eine Stiftungsprofessur für Augenheilkunde im RP-Bereich. Wir haben dazu beigetragen, dass es eine – wenn eine Therapie für RP gibt, eine gentechnische Therapie. Wir haben eine zweite Stiftungsprofessur in Bonn, im Augenzentrum Bonn, etabliert, und wir sind gerade dabei, eine dritte Stiftungsprofessur in der Augenklinik Bonn zu etablieren. Darauf sind wir sehr stolz, und wir sind sehr, sehr dankbar dafür, dass wir diese Art von Arbeit leisten dürfen und dass wir diese Art von Stipendien und diese Art von Unterstützung in Richtung der Themen, die für uns als Betroffene wichtig sind – nicht nur in der Generation, in der wir sind, sondern auch generationsübergreifend – leisten und an dieser Stelle unterstützen und helfen dürfen. Und es gibt viele Etappen, die die Stiftung erlebt und durchgemacht hat – in 30 Jahren kann man sich das vorstellen. Es gab Wechsel in der Führung der Stiftung, es gab Wechsel in den Gremien, in den Akteuren und Akteurinnen der Stiftung. Aber das Ziel der Stiftung, die Forschung im ophthalmologischen Bereich zu fördern, hat nie nachgelassen. Und ich würde jetzt gerne an unseren Vorstandsvorsitzenden, den lieben Karsten Schmeisser, weitergeben, dass er Ihnen – nachdem ich Ihnen ein bisschen über die Geschichte erzählt habe – erzählen kann, wo wir stehen und was wir machen, was wir jetzt und was wir in Zukunft machen. Vielen Dank erstmal bis hierhin, tschüss. ── Karsten Schmeisser: Team und Förderschwerpunkte ── **Karsten Schmeisser:** Hallo, ja, herzlichen Dank, Dario. Meine Damen und Herren, mein Name ist Karsten Schmeisser. Ich habe die große Ehre, Vorstandsvorsitzender der PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit sein zu dürfen, und im Team mit Dario Madani und im Team mit unserem aktuell weiteren Kollegen Professor Matthias Seeliger von der Universität Tübingen – der Professor Seeliger ist unser offizieller Forschungsvorstand, heute leider nicht hier, aber im Geiste waren wir dabei. Ja, was machen wir heute, wo stehen wir heute? Eine Sache hat der Madani schon angesprochen: Stiftungsprofessuren – das ist ja fast schon die Krönung eigentlich der Förderung. Fangen wir ein bisschen kleiner an, auch kurz erwähnt: Promotionsstipendien. Was ist das Besondere daran, erstmal? Wir fördern Forschung im Bereich seltener Netzhauterkrankungen, und dazu zählen wir zum Teil auch die altersabhängige Makuladegeneration – da kann man ein bisschen drüber diskutieren, ist aber ein ganz wichtiges Thema mit ähnlichen Symptomatiken wie die eine oder andere Augenerkrankung. Aber nehmen wir beispielsweise Retinitis Pigmentosa: die Forschung über die Ursachen – welche Gene, welche Mechanismen der Übersetzung der genetischen Informationen dann in die Krankheitsstrukturen, was da passiert – das sind alles hochwichtige, hochspannende Themen für uns als Betroffene. Aber seltene Erkrankung bedeutet auch: Es sind wenige Leute, die eben das nachfragen, die vielleicht auch entsprechend Medikamente nachfragen würden. Das heißt, die offizielle Pharmaindustrie hat gar nicht so das Interesse, da wirklich reinzuinvestieren – da sind keine großen Umsätze wie in anderen Bereichen, Krebsforschung zum Beispiel, Herz-Kreislauferkrankungen, so etwas zu erwarten. Und deshalb braucht die Forschung die Gelder von einer Stiftung wie unserer, und wie der Madani gesagt hat: Wir sind eben eine der wenigen Stiftungen, die in dem Bereich wirklich fördern. ── Förderprogramme: Stipendien und Projektförderung ── Also, es beginnt mit Promotionsförderung: junge Forscher, die sich begeistern konnten für ein Thema – und in unserem Bereich, das uns betrifft, wie seltene Netzhauterkrankung wirklich, was da passiert – die können bei uns ein Stipendium beantragen. Was wir tatsächlich dieses Jahr das erste Mal ausloben, ist ein sogenanntes Postdoc-Stipendium. Das ist eine Lücke in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die es bislang gab: dass Leute, die erfolgreich promoviert haben, erstmal vor den finanziellen – offensichtlich ausstehend, weil die Universitäten keine Personalmittel haben, um die Leute anzustellen. Wir würden ihnen durchaus erlauben, weiter zu forschen, so quasi als freie Mitarbeiter an den Universitäten, aber die Leute müssen ja finanziert sein. Und wir bieten dieses Jahr tatsächlich erstmals, für solche Postdocs – also nach der Promotion, nachdem sie ihren Doktorgrad erreicht haben – ein Stipendium für maximal 2 Jahre, damit sie auch weiter forschen können. Danke. Dann unterstützen wir Forscher, Forschungsgruppen, mit projektbezogener Förderung. Entsprechend, wenn Leute in unserem Bereich, der uns wichtig ist, forschen, können Anträge gestellt werden – auch einmal im Jahr –, und es können Mittel bewilligt werden, bis zu 50.000 Euro. Es können auch Kleinprojekte, auch unterjährig, mal vielleicht bis zu 5.000 Euro angefragt werden. Der Ablauf ist: Einmal im Jahr schreiben wir diese Förderung aus, es gibt eine bestimmte Frist, bis zu der Anträge eingereicht werden müssen, und wir lassen diese Anträge dann von hochgradigen Wissenschaftlern – unserem wissenschaftlich-medizinischen Beirat – begutachten. Das machen also nicht wir als Vorstand oder unsere Kolleginnen und Kollegen aus unserem Stiftungsrat, sondern wir lassen die Entscheidung wissenschaftlich fundiert fällen und richten uns nach der Expertise der Professorinnen und Professoren, die uns sagen: Das Ranking von uns sieht so und so aus, aus den und den Gründen befürworten wir eine Förderung – oder eben auch nicht, kann auch mal sein. ── Neu: PRO RETINA Research Meeting 2026 ── Das ist unser täglich Brot. Etwas Neues, was wir vorhaben, was wir dieses Jahr erstmals veranstalten werden, ist ein Forschungskolloquium – wir werden's Ende Oktober machen, in einer wunderschönen mittelalterlichen Burg veranstalten, es ist eine Jugendherberge. Wir geben dafür nicht so viel Geld aus, die Forschung soll mehr gefördert werden als das Ambiente. Auf jeden Fall: Junge Forscher werden sich da vernetzen können. Es ist das PRO RETINA Research Meeting 2026, erstmals von uns veranstaltet. Wir haben's gerade, also vor einer Woche, vor 10 Tagen, bekannt gegeben – also eine ganz frische Geschichte. Da wollen wir rein eventuell Kooperation mit anderen Institutionen – das ist das, wo wir die Forschung weiter fördern wollen, die Vernetzung untereinander. Ganz wichtig ist uns die Verbindung mit den jungen Forscherinnen und Forschern, dass wir deren Weg wirklich begleiten können. Und mir hat vor ein paar Monaten ein renommierter Professor aus Tübingen – nicht der Professor Seeliger, sondern der Professor Ueffing – gesagt und noch mal beschrieben, wie wichtig auch für ihn, für so eine renommierte Universität wie Tübingen, die also wirklich ganz vorne bei der Augenheilkunde und bei der entsprechenden Forschung ist, wie wichtig die PRO RETINA Stiftung ist, weil – er sagte: Die jungen Forscher mit ihren kleinen Projekten sind viel zu klein, um zum Beispiel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert zu werden. Aber sie kriegen bei einer entsprechend guten Vorlage die Förderung von unserer Seite – die können dann 2, vielleicht 3 Jahre während ihrer Promotion beispielsweise forschen, und wir können das abschließen, können promovieren und haben dann beim nächsten Folgeprojekt in dem Bereich eine Basis, auf der sie aufbauen können, damit sie dann ein großes Projekt bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft anfordern können und dort dann eventuell Forschungsgelder im sechsstelligen Bereich zum Beispiel generieren, um weiterzumachen. Das heißt, die Unterstützung durch die PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit bietet den entsprechenden Forschern und Forscherinnen wirklich viel: die Basis, den Start in ihr wissenschaftliches Leben, der zukünftig dann eben über eine Postdoc-Förderung führen kann. ── Ausblick und Aufruf zur Unterstützung ── Möglicherweise – das werden wir nicht jedes Jahr, vielleicht auch nicht alle 5 Jahre anbieten können, aber wie der Madani gesagt hat, wir arbeiten gerade wieder dran – bis hin zu einer Stiftungsprofessur, die dann für 3 bis 5 Jahre gefördert wird. Und mit der Universität wird dann vereinbart, dass nach Ende unserer Förderung die Universität die Finanzierung der Professur weiter übernimmt. Ja, das sind so die Projekte unserer Stiftung aktuell – so, wie wir einfach, letztendlich, uns allen auch zugutekommen wollen, uns fördern wollen, dass die Krankheiten, an denen wir leiden, besser verstanden werden, vielleicht Therapien sogar entwickelt werden können, und wir alle eben auch eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft diesbezüglich haben können. Ja, das wär's von meiner Seite, ich sage ganz herzlichen Dank. Noch mal ein Schlusswort vom Herrn Madani. **Dario Madani:** Vielen Dank, lieber Karsten, für deine Worte. Tschüss – und wie können wir das Ganze überhaupt machen, wie können wir das Thema Stiftung umsetzen? Und natürlich basiert der Erfolg der Stiftung auf finanziellen Zuwendungen. Und wenn wir einen Wunsch äußern dürfen oder einen Wunsch äußern dürften, dann ist dieser Wunsch natürlich dahingehend gelagert, dass die Stiftung unterstützt wird – dass Sie heute rausgehen und sagen: Mensch, da gibt's eine Stiftung, die PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit, die ganz explizit unser Thema fördert. Und zwar das Thema von ganz vielen von Ihnen, die da gerade sitzen – weil vorhin wurde von jemandem die Frage gestellt: Sind alle Leute hier im Saal sehend? Das fand ich ein bisschen befremdlich. Ich gehe davon aus, dass ganz viele von den Damen und Herren, die hier im Saal sitzen, tatsächlich eine Augenerkrankung haben. Ja, und jetzt wissen Sie, dass es eine Stiftung gibt, die sich ganz explizit um dieses Thema kümmert – um die Forschung für die Augenerkrankungen, die wir haben, die uns jeden Tag tatsächlich belasten, begleiten und zurückwerfen und vielleicht an einigen Stellen sogar ein bisschen fördern. Ja, dass wir eine Stiftung haben, die angetreten ist, um zu erreichen, dass diese Augenleiden in Zukunft nicht mehr existieren, dass diese Augenleiden heute vielleicht gestoppt werden können in ihrer Weiterführung, in ihrer Entwicklung, dass diese Augenleiden vielleicht irgendwann geheilt werden können – und das ist für mich ein ganz, ganz, ganz dringendes persönliches Anliegen. Nehmen Sie das bitte mit, und nehmen Sie das auch emotional mit, ja, und tragen Sie das bitte weiter: dass es eine Stiftung gibt, die sich genau um die Belange kümmert, die uns jeden Tag betreffen. Okay. Vielen, vielen Dank für Ihre Zeit, für Ihre Aufmerksamkeit, für Ihren Besuch bei der SightCity. Und ich sage immer: Man hört sich immer zweimal im Leben. Ja, vielen Dank, vielen Dank. Hallo, wir hoffen, der Vortrag hat Ihnen gefallen. Mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F031011. Vielen Dank und bis zur nächsten SightCity. ────────────────────────────────────────── Mehr Informationen: https://sightcity.net/F031011