Patientensymposium Glaukom: Was ist der grüne Star? Forumsbeitrag | SightCity Forum 2026 Referent: Dr. Münz, Assistenzarzt der Augenklinik Würzburg Datum: 28. Mai 2026 Vortrag-ID: F032001 Weitere Informationen: https://sightcity.net/F032001 Hinweis: Dieser Vortrag ersetzt keine individuelle augenärztliche Beratung. Der Name des Referenten wird im Mitschnitt uneinheitlich ausgesprochen bzw. erkannt; die Schreibweise „Dr. Münz" ist die wahrscheinlichste Lesart, aber unbestätigt. ────────────────────────────────────────── ── Begrüßung & Einführung: Das Bild von Anna und Lisa ── Hallo, herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums vom 28.05.2026: „Patientensymposium Glaukom." Referent: Doktor Münz. Viel Spaß mit dem Vortrag, danke. **Dr. Münz:** Mein Name ist – ich bin Assistenzarzt aus der Augenklinik in Würzburg, und ich würd einfach mal starten. Ich hab das Thema Glaukom mitgebracht, im Volksmund wahrscheinlich auch besser bekannt als der grüne Star. Ich hab erstmal ein Bild vorab mitgebracht: Das sind Anna und Lisa beim Fahrradfahren. So oder so nimmt das gesunde Auge dieses Bild wahr – Anna und Lisa kann man gut erkennen. Jetzt kommt hier rechts ein Bild: Man sieht Anna beim Fahrradfahren, aber rechts im Bild fehlt Lisa. Das ist wahrscheinlich, so stellen wir uns vor, ein Bild, wie ein Glaukom-Auge diese Situation erkennen würde. Lisa fehlt in diesem Bild – und diese Frage möchte ich gern im Verlauf des Vortrags klären: Wie kommt es dazu, was kann man machen, und wie kann man ein Glaukom erkennen? Danke. Der Vortrag ist in vier Fragen gegliedert: Erstmal, was ist ein Glaukom? Dann, welche Symptome haben Patienten mit einem Glaukom, früh und spät? Dann, welche Untersuchungen können wir als Augenärzte durchführen, um ein Glaukom zu erkennen? Und was können wir überhaupt machen als Augenärzte – wie kann man ein Glaukom therapieren? ── Was ist ein Glaukom? Definition, Herkunft und Häufigkeit ── Zuerst zur Frage: Was ist ein Glaukom? Das Glaukom ist die zweithäufigste Erblindungsursache in den Industrienationen – da komme ich gleich noch mal zu. Es unterscheidet sich sehr, wo ein Glaukom in der Welt auftritt: Hier in Deutschland ist die Versorgung sehr gut, in anderen Teilen der Welt ist es schlechter, die Erblindungshäufigkeit ist dort auch häufiger gegeben. Ab dem 80. Lebensjahr sind etwa 10 Prozent der Bevölkerung betroffen, meist ist es aber ein milder Verlauf – das sind leichte Glaukome, die sich überhaupt nicht bemerkbar machen. Deswegen: Ein Großteil dieser Patienten wird überhaupt nicht diagnostiziert, das Glaukom bleibt unerkannt. Einmal zur Namensherkunft: Woher kommt der Begriff Glaukom beziehungsweise der grüne Star? „Glaukos" ist Altgriechisch und heißt hell, glänzend, leuchtend – das hat Hippokrates auch schon im alten Griechenland so beschrieben. Der „Star" kommt sehr wahrscheinlich daher, dass der Blick bei fortgeschrittenem Glaukom, also bei der Erblindung, starr ist. Woher das „grün" beim grünen Star kommt, ist nicht so ganz geklärt – ich hab da noch mal nachgeschaut, die Herkunft ist nicht eindeutig, wahrscheinlich ist es ein Übersetzungsfehler, ich konnte es leider nicht mehr finden. Hier ein Bild, um zu erklären, woher der Begriff wahrscheinlich kommt: Das ist ein junger Patient mit einem angeborenen Glaukom – das sieht man heute zum Glück deutlich seltener, dass Patienten so aussehen. Früher war das aber Gang und gäbe, heute können wir besser erkennen und behandeln. Man sieht hier die Augen durch den fortgeschrittenen Glaukomschaden, insbesondere die Hornhaut ist sehr trüb – dieser Aspekt „hell, glänzend" lässt sich so denken. Heute glücklicherweise sehr, sehr selten zu sehen. Dann zu den Zahlen: Wie viele Patienten sind weltweit betroffen? Wir gehen von etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung aus, die ein Glaukom, also einen grünen Star, haben. 2013 waren es 65 Millionen; die Zahlen steigen, das kommt daher, dass wir ein Glaukom besser erkennen können. Die Hochrechnung geht davon aus, dass es bis 2040 etwa 110 Millionen sein werden. In Deutschland: etwa 900.000 Menschen sind erkrankt an einem grünen Star, 50 Prozent davon sind allerdings unerkannt – das liegt daran, dass ein Glaukom nicht weh tut, ein Glaukom zu erkennen ist gar nicht so leicht, vor allen Dingen für den Patienten selbst. Etwa 2.000 Menschen pro Jahr erblinden in Deutschland an einem Glaukom, und die häufigste Form ist das primäre Offenwinkelglaukom mit etwa 60 bis 90 Prozent. Eine vereinfachte Definition: Das Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs mit typischen Veränderungen dieses Sehnervs, mit Fortschreiten und Verlust des Gesichtsfeldes, also Gesichtsfelddefekten. Hier ein Längsschnitt des Augapfels: vorne die Hornhaut, die Iris, also Regenbogenhaut, hier die Linse, alles Orangene ist die Netzhaut, und hier hinten der Sehnerv – das ist das Hauptaugenmerk beim Glaukom, wir schauen uns sehr intensiv den Sehnerv an. Etwa eine Million Nervenfasern gehen über die Sehbahn zur Sehrinde im Hirn und sorgen dann für das Abbild, das einem bekannt ist. Hier haben wir schematisch den Sehnerv, wie er hinten am Augapfel aussieht, und hier ein Bild von einem gesunden Sehnerv: Hier bündeln sich die Fasern und auch die Blutgefäße – orange die Netzhaut, rot die Blutgefäße, und dieses hellere Gelbliche ist der Abgang des Sehnervs. Als Beispiel ein Sehnerv bei einem fortgeschrittenen Glaukomschaden: Der Sehnerv ist deutlich heller, und die Blutgefäße sind im Vergleich deutlich mehr zum Rand gerückt. ── Risikofaktoren und der Augeninnendruck ── Dann stellt sich sicherlich die Frage: Was für Risikofaktoren gibt es für ein Glaukom, was kann ich beachten, wann könnte ich mal zum Augenarzt gehen? Wichtig ist der Hauptrisikofaktor: der erhöhte Augendruck – aber wichtig: Ein hoher Augendruck ist nicht gleich ein Glaukom, das ist ganz, ganz wichtig zu differenzieren. Dann ist wichtig: die familiäre Belastung, das heißt gehäufte Glaukome in der Familie können auch bei einem Patienten zu einem Glaukom führen. Das hohe Alter ist ein wichtiger Risikofaktor – Patienten, die älter werden, erkranken häufiger. Dann ein anatomischer Risikofaktor: die Kurzsichtigkeit. Diese Risikofaktoren beziehen sich hauptsächlich auf das primäre Offenwinkelglaukom, einfach aus Zeitgründen und um das Ganze etwas einfacher zu halten. Zum Hauptrisikofaktor, dem Augeninnendruck: Wir sehen die Hornhaut schematisch, hier in Blau die Vorderkammer, hier rot die Regenbogenhaut, die Iris, die Linse, hinten die Hinterkammer, wie wir das auch in der Augenklinik nennen. Wie kommt es zu diesem Glaukom? Das ist die normale Kammerwasserzirkulation: Hier hinten vom Strahlenkörper wird das Kammerwasser produziert, fließt zwischen Regenbogenhaut und Linse in die Vorderkammer und kann dann im Kammerwinkel über das Trabekelmaschenwerk abfließen. Bei einem Glaukom ist dieser Abfluss gegebenenfalls gestört – es gibt verschiedene Arten des Glaukoms, aber bei dieser Erklärung, beim primären Offenwinkelglaukom, gehen wir vereinfacht davon aus: Der Abfluss ist gestört, es gibt ein Mismatch zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers. Es fließt zu wenig ab, es wird zu viel produziert, der Augeninnendruck steigt – und dieser hohe Augendruck führt dazu, dass der Sehnerv abgequetscht wird, die Nervenfasern nehmen einen Schaden. Das ist der Sehnervschaden, den wir auch bei der Definition erläutert haben. ── Symptome: Warum ein Glaukom lange unbemerkt bleibt ── Jetzt hab ich erstmal erklärt, was ein Glaukom ganz grob ist. Zur Frage von eben: Was sind die Symptome eines Glaukoms? Das ist sehr tückisch. Es gibt eine spannende Untersuchung: Da wurden 50 Patienten mit einem beidseitigen Gesichtsfelddefekt gefragt – Glaukompatienten, die auch diagnostiziert sind –, was sie denn überhaupt wahrnehmen. Links oben ist das Bild, wie es das gesunde Auge sehen würde; daneben Annahmen, wie ein Glaukompatient dieses Bild wahrnehmen könnte: Ist es ein schwarzer Tunnel? Sind es eher kleine Defekte, die schwarz aufleuchten? Oder eher verschwommenes Sehen, kleine verschwommene Abschnitte? Ein Beispiel: ein Auto auf der Wiese, das überhaupt nicht hingehört, und dieses Auto ist im Bild ganz abgeschnitten – das Gehirn errechnet oder überlegt sich, was an dieser Stelle sein könnte. Und hier die Zahlen dazu: Ein Viertel der Patienten nimmt überhaupt nichts wahr. Diesen schwarzen Tunnel hat von diesen 50 Patienten überhaupt keiner wahrgenommen. Etwa die Hälfte der Patienten nimmt leichte verschwommene Teile in der Peripherie wahr, und 15 bis 16 Prozent nehmen es überhaupt gar nicht wahr, dass sich da irgendetwas in der Peripherie verändert hat. Das Gehirn errechnet einfach, was an dieser Stelle sein könnte, und dichtet das dazu – das nimmt der Patient sehr schwer oder auch gar nicht wahr. Doppelbilder sind dadurch in der Regel nicht zu erklären. Also: Das Glaukom ist einerseits unbemerkt, und vor allem tut es nicht weh. Das führt dazu, dass Patienten erst später, in späten Stadien, zum Augenarzt gehen – sie merken das überhaupt nicht. Also: keine Schmerzen, eine langsame Erblindung, und erst im Spätstadium ist es bemerkbar. Hier rechts ein Gesichtsfeld über die Jahre, ein Verlauf eines unbehandelten Glaukoms: Alles, was schwarz ist, ist Gesichtsfelddefekt beziehungsweise Gesichtsfeldverlust. Man sieht schleichend, aber wirklich merklich wird das Gesichtsfeld kleiner. Und nun noch mal das Bild vom Anfang mit Anna und Lisa: Können wir uns erklären, wo Lisa hin ist? Das ist wahrscheinlich ein Bild von einem sehr fortgeschrittenen Glaukom – wenn wir auf Anna schauen, ist Lisa ja noch relativ im Zentrum unseres Sehens, und Lisa wird nicht mehr wahrgenommen. Das heißt, der Gesichtsfelddefekt ist schon relativ weit in die Mitte gerückt. Danke. ── Diagnostik: Augendruckmessung, OCT und Gesichtsfeld ── Nun, was können wir als Augenärzte machen, um ein Glaukom zu erkennen, und um unseren Patienten mitzugeben: Ist da ein Risiko für ein Glaukom, oder ist vielleicht schon ein Glaukomschaden vorhanden? Drei Untersuchungstechniken sind besonders wichtig: einerseits die Augendruckmessung – das können wir auf verschiedene Arten machen, dazu gleich mehr –, dann die Nervenvermessung mittels OCT, das ist die optische Kohärenztomografie – man kann sich das ein bisschen vorstellen wie ein Röntgen des Sehnervs, eine Schichtmessung, um zu quantifizieren, wie dick unser Sehnerv ist und was wir für Reserven haben. Und dann unten rechts: das sogenannte Gesichtsfeld – im Gesichtsfeld sitzt der Patient und gibt an, wann er einen Lichtimpuls sehen kann. Was auch wichtig ist: Wir müssen uns den Sehnerv angucken, das machen wir mittels Fundoskopie – das kann man an der Spaltlampe machen oder mit bestimmten Lupen und Licht. Hier noch mal das Bild des gesunden Sehnervs: Links alles Sehnervenfaser-Polster, hell-rosig und orangen; rechts im Bild sieht man, dass es deutlich heller, blasser ist – alles, was dort hell ist, ist der Untergang dieser Sehnervenzellen, es erscheint viel heller. Außerdem ist mehr Platz in dieser Grube, die Gefäße sind zum Rand gerückt – auch ein ungeschultes Auge sieht: rechts sieht es anders aus als links. Das ist aber ein sehr fortgeschrittener Glaukomschaden. Die optische Kohärenztomografie erlaubt uns, diesen Sehnerv auch zu vermessen – wir haben da sehr viel Hilfe von den Computern, die Messung dauert wenige Sekunden, tut nicht weh, ist nicht invasiv und geschieht mittels Lichtenergie. Links ist ein Ausdruck, den wir als Ärzte in der Augenklinik vorgelegt bekommen – das spuckt uns das Gerät aus, mit verschiedenen Farben: Grün ist das Nervenfaserpolster gut, der Sehnerv ist gut; Gelb ist so ein Grenzbereich; und Rot ist eher nicht so gut. Wichtig dabei: Rot und Gelb ist nicht gleich krank – es gibt ganz viele verschiedene anatomische Formen des Sehnervs, wir müssen also auch anschauen, ist dieses Gelb wirklich krankhaft, oder ist es einfach eine Variation, die aber gesund ist. Bei der Diagnostik sitzen die Patienten auch relativ lang im Gesichtsfeld-Test, das kann anstrengend sein, man muss sich stark konzentrieren – das hängt auch von der Tagesform ab. Man sitzt in dem Gerät, hat so einen Drücker in der Hand und muss immer drücken, während man geradeaus schaut, wenn man ein Licht sieht; rechts wird abgedeckt und das linke Auge betrachtet, dann links abgedeckt und das rechte Auge betrachtet. Das ist intensiv und anstrengend, aber damit können wir das Gesichtsfeld untersuchen und sehen, wo der Patient schon Defekte hat. Ganz wichtig ist die Augeninnendruckmessung. Normaler Augendruck: bis 22 mmHg – Millimeter Quecksilbersäule ist einfach unsere Einheit. Der Goldstandard ist die Applanationstonometrie nach Goldmann an der Spaltlampe, mit kleinen Aufsätzen: Der Patient bekommt einen gelbgefärbten Betäubungstropfen ins Auge, das tut nicht weh, dauert etwa 10 bis 20 Sekunden – man fährt auf das Auge, stellt den Augendruck an der Spaltlampe ein und kann ihn ablesen, das erfordert ein bisschen Übung, geht dann aber ganz gut und schnell. Es gibt auch andere Varianten: die Luftstoß-Variante, die etwas unangenehm sein kann, weil man sich erschreckt, aber auch nicht weh tut; das Rebound-Tonometer, bei uns in der Klinik iCare genannt, bei dem ein kleiner Plastikstift auf das Auge fährt und quasi den Trampolin-Effekt an der Hornhaut misst; und kleinere, handlichere Geräte, die sich auch gut für bettlägerige Patienten eignen, die wir nicht an die Spaltlampe holen können. Wichtig: Die Grenze von 22 mmHg gilt für die Goldmann-Applanationstonometrie – für die anderen Varianten lässt sich das nicht so genau sagen. Diese Grenze von 22 mmHg ist aber auch nicht ganz so einfach: Die Verteilungskurve des Augeninnendrucks zeigt, dass sich die meisten Werte im Bereich von etwa 14 bis 17 mmHg bewegen – es heißt aber nicht, dass alles darüber schlecht ist. Es gibt Menschen mit einem Augendruck von etwa 24, das ist nicht gleich ein Glaukom – wir erinnern uns an die Definition: wichtig ist der typische Sehnervenschaden und wichtig ist das Gesichtsfeld, vor allem die Einschränkung darin. Ein kleines Flussdiagramm dazu: Ein hoher Augendruck ohne den genannten Schaden am Sehnerv und ohne Gesichtsfeldverlust ist einfach nur ein Augenhochdruck, okuläre Hypertonie – das ist kein Glaukom. Wenn man den Schaden am Sehnerv sehen kann und der Patient einen Gesichtsfelddefekt hat, kommen wir in den Bereich eines Glaukoms, umgangssprachlich Hochdruckglaukom. Es gibt aber auch Patienten mit normalem Augendruck, die einen Schaden am Sehnerv und im Gesichtsfeld haben können, obwohl der Druck unter 20 liegt – das nennen wir Niederdruck- oder Normaldruckglaukom. Der Augendruck ist also nicht immer verantwortlich, und ein Augendruck über 20 ist nicht zwingend dafür verantwortlich, dass ein Sehnervenschaden entsteht – auch niedrigerer Druck kann zum Sehnervenschaden führen. Zusammengefasst: Wir schauen uns den Sehnerv an der Spaltlampe an, wir messen den Augeninnendruck über die verschiedenen Varianten, wir vermessen den Sehnerv mittels OCT, und der Patient macht eine Gesichtsfelduntersuchung. ── Therapie Stufe 1: Augentropfen und Lasertherapie ── Als letzte Frage, ganz wichtig: Was können wir als Augenärzte machen, wie können wir ein Glaukom therapieren? Vorab: Eine Brille hilft nicht in der Therapie des Glaukoms. Der Schaden am Sehnerv, der beim Patienten vorliegt, lässt sich nicht wiederherstellen – alles, was einmal geschädigt ist, ist auch geschädigt. Aber wir versuchen in der Therapie eine Schadensbegrenzung vorzunehmen: Wir möchten eine Verschlechterung oder gar eine Erblindung bei den Patienten verhindern. Hier die Stufentherapie, wie wir sie in der Klinik durchführen: drei Stufen. Ziel ist immer die Senkung des Augeninnendrucks – ich hab zwar gesagt, ein hoher Augendruck ist nicht gleich Glaukom, aber das ist nun mal die Stellschraube, an der wir als Augenärzte eingreifen können. Auf Stufe 1: Augentropfen und eine Laserstimulation. Auf Stufe 2: kleine Glaukomeingriffe. Auf Stufe 3: die großen Glaukomeingriffe, dazu gleich mehr. Stufe 1, die Drucktropfen: Die sind Ihnen wahrscheinlich alle ein Begriff. Es gibt ganz viele verschiedene Präparate, es gibt Kombipräparate, die zwei Wirkstoffe zusammen integrieren. Was sie machen: entweder hemmen sie die Produktion des Kammerwassers, oder sie führen zu einem verbesserten Abfluss. Viele Patienten bei uns sind zwischen einem und drei Tropfen eingestellt und kommen damit ihr Leben lang gut klar. Wenn man nicht mit den Tropfen klarkommt, kann das so aussehen: ein gerötetes, gereiztes Auge; Patienten berichten auch, dass es beim Tropfen brennt. Dann wäre es an der Zeit, die Tropfen zu wechseln oder über alternative Methoden nachzudenken. Es gibt auch Patienten, die sagen: Ich vergesse immer zu tropfen, oder ich möchte nicht tropfen – da muss man weiter überlegen. Alternative zu den Tropfen in Stufe 1 ist die Lasertherapie, die sogenannte selektive Lasertrabekuloplastik, kurz SLT. Das wird an einer Art Spaltlampe mit einem Laser gemacht, und wir können den Abflussweg im Kammerwinkel durch Lichtimpulse modifizieren. Das dauert etwa 3 bis 4 Minuten, geht also sehr schnell und tut auch nicht weh – das Auge wird oberflächlich betäubt, und die Patienten berichten größtenteils, wenn überhaupt, über ein leichtes Ziehen, aber keine Schmerzen. ── Therapie Stufe 2 & 3: Kleine und große Glaukom-Operationen ── Was kann man machen, wenn Tropfen oder Lasertherapie nicht wirken, wenn wir Alternativen brauchen? Wir möchten chirurgisch den Abfluss des Kammerwassers verbessern, und das lässt sich mit kleinen Eingriffen schon erzielen. Das hier ist ein sogenannter Hydrus-Stent, der in den Kammerwinkel kommt – attraktiv daran ist unter anderem, dass man das mit der Kataraktoperation, also der grauen-Star-OP, verbinden kann. Es gibt weitere Methoden: den iStent, ein ganz kleines, winziges Röhrchen, das man mit bloßem Auge kaum erkennen kann, dafür braucht man das Mikroskop. Und es gibt Varianten, bei denen man minimalinvasiv den Abfluss durch Aufschlitzung des Kammerwinkels verbessern kann – das sogenannte Trabectome, auch Trabekulotomie genannt. Auch das lässt sich mit der grauen-Star-Operation verbinden: Im Kammerwinkel wird am Trabekelwerk aufgeschlitzt, damit der Abfluss des Kammerwassers verbessert wird. Wenn auch das nicht hilft, oder wenn der Patient schon einen weit fortgeschrittenen Sehnervenschaden hat, kommen größere Glaukom-Operationen zum Einsatz. Links die klassische Sickerkissenoperation, die Trabekulektomie; rechts unten Implantate – da gibt es ganz viele verschiedene, manche mit einer Bodenplatte, die ans Auge geheftet wird, wie das Ahmed-Implantat, und kleine Röhrchen, die man einsetzt, wie das PreserFlo-Implantat. Ziel all dieser Methoden ist es, einen zusätzlichen Abflussweg zu schaffen – die vorher genannten Methoden nutzen den ohnehin schon vorhandenen Abflussweg, diese schaffen einen zusätzlichen. Diese großen Operationen sind deutlich intensiver für den Patienten, die Nachsorge ist sehr intensiv, die Patienten müssen häufig in die Klinik kommen, wir müssen eine Vernarbungshemmertherapie durchführen. Sie sind aber bei ganz vielen Patienten einfach das Mittel der Wahl, um den Sehnervenschaden weiter zu begrenzen – wir wollen den Fortschritt des Schadens aufhalten, das ist das Letzte, was wir da machen können. Noch kurz zu alternativen Methoden: Nahrungsergänzungsmittel – vielleicht haben Sie schon mal in der Apotheken Umschau etwas darüber gelesen. Man muss bei diesen Präparaten dazu sagen: Es gibt keine klinischen Studien oder klinische Evidenz dafür, dass sie wirklich eine Wirkung zeigen wie ein Tropfen, ein Laser oder ein Eingriff. Zum Beispiel Cannabis – man sagt, es könnte den Augeninnendruck senken. Ginkgo-Präparate und Antioxidantien – man sagt ihnen nach, dass sie als Antioxidans den Sehnervenschaden noch etwas verringern könnten. Auch die Akupunktur hat ihre Daseinsberechtigung, allerdings empfehlen wir auch in der Klinik das nicht als alleinige Therapie, sondern höchstens als Ergänzung. Was ist jetzt wichtig für die Therapie? Erstmal müssen wir den Glaukomschaden beim Patienten evaluieren: Wie alt ist der Patient, wie weit fortgeschritten ist der Schaden, was haben wir noch als Reserve. Darüber definieren wir das Therapieziel, einfach gesagt den Zieldruck – welchen Augendruck möchten wir erreichen, um einen weiteren Fortschritt des Glaukoms zu verhindern. Das ist ganz individuell, man kann nicht sagen, Zieldruck 14 und alle sind behandelt – man muss das individuell schauen, manche brauchen einen deutlich niedrigeren Zieldruck als andere. Dann kommt es zur Therapiefindung, natürlich in Absprache mit dem Patienten: Was kommt für ihn infrage – Tropfen, Laser, oder doch die Chirurgie? Der Patient hat natürlich ein Mitspracherecht, das ist eine gemeinsame Entscheidungsfindung. Zusammenfassend die vier Fragen: Was ist das Glaukom – das hab ich kurz erläutert, der Schädigungsort ist der Sehnerv. Welche Symptome haben wir – im Prinzip am Anfang keine, es tut nicht weh, und es geht ganz langsam, dass der Sehnerv „kaputtgeht" und das Gesichtsfeld kleiner wird. Was messen wir – den Augeninnendruck, den Sehnerv mit der OCT-Untersuchung, und das Gesichtsfeld. Und die Therapie: dreigegliedert, in große Eingriffe, kleine Eingriffe, und am Anfang die Augentropfen oder die Laserbehandlung. Danke. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, ich hoffe, ich konnte Ihnen das Glaukom, oder auch den grünen Star, etwas näherbringen, und für Rückfragen bin ich gerne offen. Danke. ── Publikumsfragen: Medikamente, Implantate und individuelle Therapie ── **Moderation:** Ja, vielen Dank, Herr Doktor Münz. Ich denke, da kommen schon einige Meldungen, ich geb das Mikro weiter, damit wir auch alle Sie verstehen. **Frage aus dem Publikum:** Guten Tag, ich hab seit 35 Jahren ein behandeltes Glaukom. Aber in den letzten Jahren – also ich nehme vier Wirkstoffe: Brimonidin, Latanoprost, Timolol und Dorzolamid. Und in den letzten Jahren hab ich immer mehr Allergien gehabt, und in den letzten Tagen war es so unerträglich, dass mir der Arzt der Notarztambulanz gesagt hat, ich soll alle Medikamente absetzen. Er hat mir ein Tablettenpräparat gegeben, Glaupax, und gesagt, zwei Wochen lang soll ich nichts mehr nehmen. Ich hab schon einen Nervenschaden, eine Atrophie – ich hab sehr viel Angst davor. Meine Ärztin ist krank, ich kann niemanden fragen: Gibt es Alternativen zu diesen vier Wirkstoffen? Weil ich gehört hab, es gibt noch weitere Wirkstoffe – die sind alle Einzeldosen, also ohne Konservierungsmittel. **Dr. Münz:** Genau, also bei den Tropfen muss man sagen: Es gibt grundsätzlich immer Alternativen, man kann andere Präparate probieren. In Ihrem Fall gehe ich davon aus, dass Sie schon ganz vieles probiert haben und es nicht vertragen. Das heißt, wenn man nach der Stufentherapie geht – auch wir in der Klinik würden dann empfehlen, wobei ich Ihren Sehnervenschaden nicht kenne und mich auch nicht in die Therapie Ihres Augenarztes einmischen möchte –, muss man vermutlich weiter überdenken, wie man den Augendruck in Schach hält, damit der Sehnervenschaden nicht weiter voranschreitet. Wenn Sie sagen, Sie kommen überhaupt nicht mit den Tropfen klar, kommt die Laserbehandlung für Sie nicht infrage, oder wurde schon durchgeführt und hat nicht die gewünschte Wirkung erzielt, oder wurde noch gar nicht durchgeführt – dann kann man das natürlich probieren. Wie gesagt, ich kenne Ihren Sehnerv nicht und wie weit Ihr Glaukom fortgeschritten ist, deswegen kann ich dazu jetzt keine genaue Aussage treffen. Vielleicht ist dann aber doch die chirurgische Variante eine Option. **Moderation:** Waren Sie schon mal in einer Klinik? **Frage aus dem Publikum:** Ja. **Moderation:** Wo denn, in Würzburg oder Frankfurt? **Frage aus dem Publikum:** [nicht eindeutig verständlich] **Dr. Münz:** Ich würd mich dann noch mal ausgiebig beraten lassen, vor allem mit den Informationen, die man braucht – wie ich eben genannt hab: wie hoch ist der Augendruck, wie weit ist der Schaden, und was können Sie denn noch in der Peripherie sehen. Dann kann man eine Entscheidung treffen. Jetzt so aus dem Stehgreif ist das tatsächlich sehr, sehr schwer zu sagen. **Frage aus dem Publikum:** Vielen Dank für den Vortrag. Wenn Sie jetzt Ihre Spaltlampe mit hätten, könnten Sie glaub ich an meinen Augen alles das sehen, was Sie hier geschildert haben – ich glaub, ich bin da durch alle Prozesse durch. Momentan scheint der Augendruck relativ stabil zu sein, dazu kommt bei mir noch eine Trübung der Hornhaut, da sind schon ein paar Transplantationen gemacht worden, das heißt, man kann eigentlich gar nicht mehr richtig sauber diagnostizieren. Meine Frage ging aber dennoch in die Richtung: Wir wissen ja, dass der Sehnerv geschädigt ist und nicht mehr regeneriert werden kann – gibt es da theoretische Möglichkeiten, wird da geforscht, gibt es aus Ihrer Sicht in der Forschung irgendwelche Entwicklungen, doch so eine Art Regeneration für Nervenzellen hinzubekommen? Ist da was bekannt? **Dr. Münz:** Also, aktuell ist mir bekannt, dass es Präparate gibt, die wir bei Glaukom teilweise empfehlen, um den weiteren Fortschritt des Schadens zu begrenzen. Zur Regeneration gibt es sicherlich viele Untersuchungen, da ist mir aktuell aber nichts bekannt, dass man sagen kann: Okay, wir können den bestehenden Schaden wiederherstellen. Das ist mir nicht bekannt. Was aber die Zukunft bringt, da bin ich auch sehr offen und gespannt – vielleicht gibt es da irgendwann eine Möglichkeit. Danke. **Frage aus dem Publikum:** Hallo, ich hab ein kongenitales Glaukom, und ich hab, wie mein Vorredner, auch schon alles durch – um die 100 Operationen an beiden Augen. Meine Frage wäre: Kann man noch mal, oder wie oft kann man zum Beispiel ein Ahmed-Ventil implantieren, und was halten Sie von DMSO-Tropfen? **Dr. Münz:** Zur Frage, wie oft man ein Ahmed-Implantat einsetzen kann: Das zieht darauf ab, ob man das aktuelle wieder explantiert und ein neues einpflanzt, oder – Hauptsache der Druck geht runter. Mir aus der Klinik ist bekannt, dass man bei vorhandenen Implantaten auf jeden Fall noch weitere Implantate einsetzen kann – ich hatte ja vorhin im Bild das sogenannte PreserFlo-Implantat gezeigt, das setzt man auch noch bei vorhandenen Implantaten ein. Ich muss aber ehrlicherweise sagen, bei einem vorhandenen Ahmed-Implantat, wie man dann weiter vorgeht, ob man dann noch eins einsetzt – da muss ich passen, das weiß ich leider nicht. Und zu den DMSO-Tropfen: Wenn ich richtig liege, ist das eher in Richtung Nahrungsergänzungsmittel, das direkt in die Augen getropft wird, ein- bis zweimal, steht in der Lektüre. Inwiefern das jetzt hilft – die Patientin berichtete, dass sie weniger Schmerzen hat, der Augendruck beläuft sich zwischen 30 und 70 mmHg, dementsprechend auch Schmerzen, zuvor auch Cannabis ausprobiert. Eine Augendruckreduzierung per se hat sie selbst nicht gemerkt und auch nicht nachgemessen feststellen können, aber eine Schmerzreduktion hat sie erfahren. Dazu würde ich sagen: Wer hilft, hat recht – wenn Sie sagen, dass Sie dadurch weniger Schmerzen haben, dann machen Sie damit sicherlich nichts falsch. Wir in der Klinik – das ist jetzt kein typisches Präparat, das wir den Patienten empfehlen, das wissen Sie sicherlich auch. Aber wenn es Ihnen hilft, würde ich sagen, machen Sie das weiter, vor allem wenn Sie dadurch weniger Schmerzen haben als zuvor. Entschuldigung, dass ich sowohl Frage eins als auch Frage zwei wahrscheinlich nicht ausreichend beantworten konnte. **Moderation:** Sie sind gut, da sind Sie sehr gut aufgehoben. **Frage aus dem Publikum:** Ich hab auch noch eine Frage. Ich hab Ventile eingebaut, plus dickeres Sickerkissen und neue Linsen, und ich muss zusätzlich immer noch Tropfen nehmen, obwohl die konservierungsstofffrei sind – meine Augen sind immer blutunterlaufen. Gibt es eine Alternative zu den Ganfort-Tropfen, ein anderes Präparat? Diese anderen Tropfen, sieben Stück, hab ich alle schon durch, und man nimmt trotz des Ventils diese Ganfort-Tropfen zusätzlich, damit der Druck sinkt – ich lieg immer so zwischen 18 und 22, je nachdem, auf beiden Augen. Meine Frage: Gibt es da eine Alternative, dass man mal ein anderes Präparat ausprobiert? **Dr. Münz:** Also, Sie sagen, Sie haben schon einiges durchprobiert – die ganzen anderen Tropfen, die ich vorhin erwähnt hatte, hat man alles schon getan, und Sie müssen zur Nacht zusätzlich noch ein weiteres Präparat tropfen. Ich kann noch mal gleich nachschauen und Ihnen das gerne sagen, ich muss mich da auch selbst einmal kurz belesen, was da noch alternativ möglich ist – auswendig weiß ich's gerade nicht, bezüglich vor allem, was Sie für Alternativen schon getropft haben. Irgendwo ist dann auch immer die Grenze erreicht, es gibt nicht unendlich viele Präparate, und auch von der Verträglichkeit muss man sagen: Es gibt grundsätzlich besser und schlechter verträgliche, und jemand, der schon mit gut verträglichen Tropfen nicht so gut klarkommt, dem empfehlen sich eher nicht die auch eher reizenden Augentropfen. **Moderation:** Wir haben noch im Chat einige Fragen, Herr Doktor Münz, die ich Ihnen ganz gerne mal vorlesen möchte. Und zwar: Gibt es in der Forschung Fortschritte für die Behandlung von Glaukom? **Dr. Münz:** Die Frage würde ich mit Ja beantworten. Es ist so, wir haben immer mehr, einerseits Implantate, als auch minimalinvasive Optionen – da ist sehr viel auf den Markt gekommen in letzter Zeit, um den Augeninnendruck zu senken, und da tut sich auch viel, das ist immer weiter voranschreitend, bezüglich der Sicherheit und auch der drucksenkenden Erfahrung beim Patienten. Also ja. **Moderation:** Dann: Wie sollte ein aphakes Glaukom behandelt werden? **Dr. Münz:** Das ist eine sehr ausschweifende Frage, die kann ich jetzt in diesem Rahmen so nicht beantworten – das ist auch individuell natürlich, das kommt dann auf das Alter an, auf den Schaden am Sehnerv und alles. Ich glaub, das sprengt so ein bisschen den Rahmen hier tatsächlich. Okay, ich hoffe, Sie sind damit erstmal zufrieden – die Jennifer hat das geschrieben. **Moderation:** Dann, aus der Selbsthilfegruppe Glaukom Österreich, eine Frage: Wann wird eine CPC beziehungsweise Mikro-Plus-CPC gemacht, früher oder eher später? **Dr. Münz:** Das ist auch ganz individuell. Also, CPC ist eine Zyklophotokoagulation, also eine Zerstörung des Strahlenkörpers – das kann man in kleinen Teilen machen oder in größeren Teilen, und das kommt ganz individuell auch auf den Augendruck an und auf das, was das Auge noch sehen kann. Das kann man pauschal nicht beantworten, es ist aber ja ein späterer Eingriff. **Moderation:** Und dann die letzte Frage, von der Nicole: Hilft ein Needling, wenn die Trabekulektomie schon sechs Jahre her ist und der fortgeschrittene Schaden schlechter wird, da der Druck wegen eines Keratokonus nicht richtig gemessen werden kann? **Dr. Münz:** Das kommt ganz auf das Sickerkissen an, das muss man an der Spaltlampe beurteilen, wie dieses Sickerkissen überhaupt noch funktioniert, also ob es bereits vernarbt ist. Needling ist grundsätzlich sinnvoll, ob das dann allerdings ausreicht oder eine weitere Revision notwendig ist, das kann ich jetzt über diese Chat-Frage leider nicht hinreichend beantworten – ich würd's aber mal eher mit Ja beantworten. Entscheiden muss das aber tatsächlich der Augenarzt, der Sie auch behandelt, und sich das Sickerkissen ganz genau anschauen. Wie kann man das denn austauschen? Man kann eine Revision des Sickerkissens vornehmen – das hatte ich vorhin erklärt, dass diese filtrierenden Operationen dazu neigen und tendieren, dass eine Vernarbung dort entsteht. Wenn eine Vernarbung entstanden ist, dann ist einfach die Filtrationsrate über diesen zusätzlichen Abflussweg schlechter, und dann müsste man revidieren. Und dieses Needling geht in diese Richtung. **Moderation:** Gut, allerletzte Frage: Ist auch bei bekannter Gerinnungsstörung eine OP möglich, oder erhöht sich das Risiko stark? **Dr. Münz:** Das kommt ganz auf die Operation an, ich hatte ja unterteilt in kleine und große Operationen. Bei den kleinen ist das typischerweise kein Problem, bei den großen auch nicht unbedingt ein großes Problem – das wird bei uns aber einerseits mit dem Anästhesisten abgeklärt, wenn das eine Operation in Narkose ist, ob wir die Gerinnungshemmung absetzen können oder nicht. Wenn man sagt, man kann sie nicht absetzen, dann kann man sie auch beibehalten. Bei großen Operationen kann man sich denken: Bei einem Patienten, der eine gerinnungshemmende Medikation einnimmt, ist einfach das Nachblutungsrisiko etwas größer – das spricht aber per se nicht gegen die Operation. **Moderation:** Nicole hat geschrieben: Vielen Dank für den tollen Vortrag, und ich denke, damit könnten wir – ja, noch eine Frage, wir müssten eigentlich – könnten Sie die Frage vielleicht vor der Tür stellen, wenn Sie mit dem Doktor einverstanden sind, mit rausgehen? Also noch mal ganz lieben Dank, damit wir auch die Zeit nicht verlieren. Also, was ich daraus gelernt habe, Doktor Münz: Glaukom-Therapie ist wirklich etwas sehr Individuelles, korrekt? Man muss mit dem Patienten wirklich immer zusammenarbeiten, muss sich auch immer wieder die unterschiedlichen Untersuchungsmöglichkeiten anschauen, die Untersuchungen durchführen, um dann immer wieder zu entscheiden, welchen Schritt man als Nächstes geht – auch wenn es eine Unverträglichkeit gibt, muss das im Grunde genommen immer wieder mit dem Patienten wirklich zusammen angeschaut werden. Und ich denke, das ist auch eine ganz wichtige Botschaft, die Sie mit diesem Vortrag gebracht haben. Ich bedanke mich bei Ihnen fürs Zuhören. Mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F032001. Vielen Dank und bis zur nächsten SightCity. ────────────────────────────────────────── Mehr Informationen: https://sightcity.net/F032001