Medizinisch-ophthalmologische Rehabilitation: Wann sinnvoll, wie beantragen? Forumsbeitrag | SightCity Forum 2026 Referentin: Prof. Dr. med. habil. Kathleen Kunert (Chefärztin, Rehabilitationsklinik Masserberg) Referent: Prof. Dr. Dr. h. c. Norbert Schrage Datum: 28. Mai 2026 Vortrag-ID: F032002 Weitere Informationen: https://sightcity.net/F032002 Hinweis zur Namensschreibweise: Die Anmoderation nennt die Referentin akustisch stark verkürzt/verzerrt. „Kathleen Kunert" ist aus dem späteren Vortragsverlauf rekonstruiert und mit hoher, aber nicht vollständiger Sicherheit korrekt. ────────────────────────────────────────── ── Begrüßung & Was ist medizinische Rehabilitation? ── Hallo, herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums vom 28.05.2026: „Wann ist eine medizinisch-ophthalmologische Rehabilitation sinnvoll und wie kann ich diese beantragen?" Referentinnen: Professor Doktor med. habil. Kathleen Kunert, Professor Doktor Doktor honoris causa Norbert Schrage. Viel Spaß mit dem Vortrag. **Prof. Kunert:** Wir wollen Ihnen heute ein bisschen das Thema der Reha – ein in der Ophthalmologie noch recht rares Feld, leider – näherbringen. Professor Schrage und ich haben uns aufgemacht, das auf den Weg zu bringen, dass in bestimmten Situationen so eine medizinische augenärztliche Reha überhaupt für Sie möglich gemacht wird. Im Hintergrund sehen Sie die Klinik, an der ich arbeite – eine lange bestehende, seit 70 Jahren bestehende Klinik, die eine Ophthalmologie, also eine augenheilkundliche Reha, anbietet. Lange Tradition, aber natürlich verändern wir heute sehr viele Dinge inhaltlich und orientieren uns, weil es in Deutschland nicht so viel gibt, vor allem an internationalen Standards anderer Länder, was die Reha angeht. Rehabilitation – Sie haben gerade etwas über Akutmedizin gehört, glaub ich, Umversorgung. Was wir dort machen: Wir gucken nicht nur nach Ihrer Erkrankung, sondern wir schauen, was die Augenproblematik mit Ihnen als Mensch in all Ihren Lebensbereichen macht, um am Ende Ihre Teilhabe – sozial und, ganz wichtiger Punkt für uns, auch beruflich – zu verbessern. Wenn also zum Beispiel das Glaukom weit fortgeschritten ist, was hat das alles für Auswirkungen, und wie können wir Ihnen helfen, um eine soziale Isolation letzten Endes zu vermeiden. Weil es natürlich nur eine Klinik gibt – meine Patienten kommen aus ganz Deutschland –, haben wir bei Sehbeeinträchtigung ganz speziell einen nur sehr unvollständig erfüllten Rehabilitationsanspruch. Sie haben hier viele Träger auch der beruflichen Reha, an die Sie sich wenden können, die solche Maßnahmen anbieten, aber es ist eigentlich in allen anderen Fachrichtungen – denken Sie an die Onkologie bei einer Tumorerkrankung oder an die Orthopädie – so, dass man zunächst in eine medizinische Reha geht und danach vielleicht in eine berufliche. Bei uns ist dieses System leider nicht so ganz etabliert. Was ist eigentlich das Ziel so einer medizinischen Reha? Da gibt's natürlich Sozialgesetzbücher, die das genau definieren. Wir haben hier sehr viele, die stark seheingeschränkt sind, vielleicht sogar eine hochgradige Sehbehinderung haben oder eine Blindheit – aber für die Rehabilitation spielt das eigentlich nur eine untergeordnete Rolle, und das ist so ein bisschen das Problem: Wir Augenärzte – wir sind beide Augenärzte – denken eben oft, jemand ist blind, den kann man nicht mehr rehabilitieren. Das ist Quatsch. Aber auf der anderen Seite gibt's natürlich auch viele Menschen mit Augenerkrankungen, die nicht unbedingt eine hochgradige Sehbehinderung bedingen und die auch einen Reha-Anspruch haben – dieser Begriff der Behinderung wird in der Rehabilitation ganz anders gesehen. Das sind natürlich chronische Erkrankungen, die man versucht, mit solchen Maßnahmen abzuwenden, zu mindern und auszugleichen und eine Verschlimmerung zu verhüten – so steht es in den Paragraphen. Es gibt zwei Grundsätze: Für diejenigen, die noch im Erwerbsleben sind, wollen wir die Erwerbsfähigkeit verbessern; für die älteren Patienten in der Altersrente geht es darum, Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder mindestens nicht zu verschlechtern. Der große Vorteil einer medizinischen Rehabilitation, vor allem stationär, ist, dass wir ein multiprofessionelles Team haben – alle Themen, die Sie betreffen können, werden wegen der vielen Berufsgruppen, die dort arbeiten, adressiert. Wir haben Sozialarbeiter, wir haben Psychologen, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, die gerade auch für die Teilhabe-Themen wichtig sind, wir haben natürlich die Augenärzte, und wir haben auch Optometristen und Orthoptisten, die sich gut mit dem Sehapparat auskennen. Auch die Selbsthilfe – hier sind natürlich viele Selbsthilfegruppen bei der SightCity vertreten – helfen wir, örtlich anzubinden, also dort, wo Sie leben, sodass Sie auch im Nachgang immer Möglichkeiten haben, Fragen zu stellen und Hilfe zu bekommen. Ein großer Arbeitsaufwand bei uns beschäftigt sich mit der Krisenintervention, also der Krankheitsverarbeitung – denn da wir Augenärzte uns häufig um das Thema nicht kümmern, sehen wir viele Patienten, die zu Hause sitzen, nur krankgeschrieben werden und dann, nach vielen Jahren, vielleicht den Glauben und die Motivation verloren haben. Wenn sie zu uns kommen, leider häufig erst nach vielleicht zwei Jahren, in denen nicht viel passiert ist, sehen wir, dass wir uns erst mit diesen Themen beschäftigen müssen, Dinge auch aufwühlen, und ganz häufig eben auch Krisensituationen erleben, die psychotherapeutisch begleitet werden müssen. Aber das Ziel ist natürlich, sie dann nach mehreren Wochen – so eine Reha geht vier bis sechs Wochen – gestärkt, mit neuer Motivation und mit einer Idee, wohin die Reise gehen kann, aus der Reha entlassen zu können. ── Versorgungssituation in Deutschland nach Altersgruppen ── **Prof. Kunert:** Professor Schrage erzählt Ihnen ein bisschen was zu den Versorgungssituationen in Deutschland momentan. **Prof. Schrage:** Ich übernehm mal, weil so ein Zwiegespräch das leichter macht, auch zu folgen. Versorgungssituation nach verschiedenen Altersgruppen: Wir haben eine ganze Menge Sehbehinderte in Deutschland, 1,2 Millionen, und wir werden mehr haben, weil natürlich jetzt die Babyboomer in die Jahre kommen und unsere Alterspyramide verkehrt herum steht – wir werden also wahrscheinlich einiges mehr an Sehbehinderungen durch Glaukome, durch Diabetes, durch Netzhautablösung und verschiedene Erkrankungen haben. Wir haben im Bereich der Schülerinnen und Schüler ungefähr 600.000 mit Förderbedarf – die, die in die Ausbildung gehen, haben einen primären Förderbedarf –, und wir haben dann die vielen schwerbehinderten Menschen, die typischerweise im Alter schwerbehindert werden; 4,2 Prozent sind blind oder hochgradig sehbehindert. Bei Kindern und Jugendlichen ist das relativ gut geregelt: Sie kommen in die Frühförderung, wenn es erkannt wird, dann wird geguckt, dass sie eine Berufsausbildung bekommen und dass die Beschulung ambulant rehabilitativ versorgt wird. Es gibt inzwischen die integrativen Schulen, die tatsächlich viele sehr behinderte Kinder gut mitnehmen – in der praktischen Ausführung bringen sie multiple behinderte Kinder allerdings doch in separate Beschulung, da gibt's zurzeit noch ein großes Problem der integrativen Beschulung. Die Bildungssysteme der Bundesländer sind stark durch regionale Ressourcen geprägt – Bayern hat zurzeit mit Abstand die beste Versorgung für Sehbehinderte und Blinde, weil das dort offenbar eine höhere Priorität hat als in anderen Bundesländern; wenn man länger in so ein System reinguckt, merkt man die regionalen Unterschiede, und die sind erheblich. **Prof. Kunert:** Ich will vielleicht noch zu dieser Altersgruppe sagen, dass sie häufig sehr gut im Leben zurechtkommen, aber trotzdem, wenn sie dann so alt sind wie wir, jenseits der 50, 60, dass dann doch Ressourcen schon hinter zu verwenden sind – Resilienz lässt vielleicht auch nach, obwohl sich an der Sehbehinderung gar nichts geändert hat. Und das können viele im Raum auch bestätigen: dass sie sehr viel mehr leisten müssen, und wenn man den Sehsinn nicht nutzen kann, ist der Alltag immer anstrengend, und wenn man älter wird, wird das dann ein Problem – dann kann durchaus eine medizinische Reha später auch noch mal Sinn ergeben. **Prof. Schrage:** Bei den Erwerbstätigen haben wir die medizinische Rehabilitation und Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben – das ist eigentlich der Einstieg in die Berufsrehabilitation, die das Ziel hat, den Patienten, der aus der beruflichen Arbeit herausfällt, wieder in das System zu integrieren. Das wird erbracht durch die Rehabilitationskliniken und die Berufsförderungswerke, und der Grundsatz ist Reha vor Rente – das ist natürlich völlig klar: Für die Volkswirtschaft ist jemand, der ins Rentensystem einzahlt, in die Arbeitslosenversicherung, und der für seinen eigenen Unterhalt durch eigene Erwerbsarbeit aufkommen kann, natürlich viel wertvoller, als jemand, der auf Rente in die Sozialleistung geht. Insofern gibt's da große Anstrengung, der Einsatz von Geldmitteln ist relativ nicht unbegrenzt, aber doch erheblich, um zu sagen: Da möchten wir die Leute wieder reinhaben. Idealerweise geschieht die Einleitung durch den Akutversorger – da bin ich zum Beispiel als Klinikchef angefragt, wenn bei uns jemand rausgeht, der nicht mehr gucken kann, dann wird ganz klar sofort gesagt, da muss jetzt eine Reha geprüft werden, da müssen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben geprüft werden, damit der Patient wieder auf die Spur findet – auch um zu verhindern, dass jemand über zwei Jahre krankgeschrieben wird und dann gesagt wird, dann gehen Sie doch in die Rente, und der dann aus dem System raus ist. Ein ganz schlechter Fall, der leider in der Augenheilkunde sehr häufig passiert. In der Orthopädie ist das früher nach jeder Hüftoperation auch so passiert, und man hat irgendwann erkannt, dass Reha der Weg ist, die Leute wieder ins Leben zurückzuführen – und das ist das, was Frau Professor Kunert und auch ich uns auf die Fahne geschrieben haben, das wollen wir erreichen, deswegen stehen wir hier. Das ist momentan auch unsere Hauptklientel in der Klinik: die Erwerbstätigen. Dann die Altersrente und die Erwerbsminderungsrentner – da sind Rehabilitationskliniken am Start, die das können, aber da ist auch ganz viel das Ziel Reha vor Pflege, was sehr schwer zu quantifizieren ist. Da geht es um Orientierung, Mobilität, lebenspraktische Fertigkeiten durch Rehabilitationsfachkräfte – und dann gibt's ganz oft das Problem, dass die Rentenversicherung sofort sagt, der ist ja schon berentet, was sollen wir da noch weiteres Geld hinterherwerfen, oder die Krankenkasse sagt, das ist das normale Lebensrisiko, damit muss er eben irgendwie klarkommen. Und das ist falsch: Rehabilitation ist ein Rechtsanspruch, und das muss man im Augenblick wirklich durchkämpfen, das ist nicht ganz einfach, aber ist ein Thema, an dem wir dran sind. Der Hauptablehnungsgrund vom Medizinischen Dienst ist in der Regel: ambulante wohnortnahe Leistung erstmal bevorzugen – die es aber gerade nicht gibt. Das muss organisiert werden, da sind wir dran. ── Warum die Augenheilkunde in der Reha-Versorgung zurückliegt ── **Prof. Kunert:** Hier eine Folie, wo man mal sieht, wie viele Reha-Leistungen beantragt wurden – das ist natürlich sehr viel mehr, als was Patienten am Ende bekommen. Deutschlandweit über 1,6 Millionen, ein beachtlicher Anteil, davon werden auch ziemlich viele bewilligt, die Leistung erhalten dann noch mal weniger – manche wollen vielleicht auch nicht in so eine Reha. Was haben wir im Moment in der Augenheilkunde von diesen 1,2 Millionen: etwa 1.500 stationäre Rehabilitationen. Das ist das, was ich mit meiner Klinik im Moment stemmen kann – ich hab 2018 mit 40 Betten angefangen, wir haben jetzt 135 Betten, das ist nicht viel mehr nach oben skalierbar, auch wegen Personal und allem, was dazugehört. Das ist ein verschwindend geringer Anteil, und die Teilhabeeinschränkung durch schlechtes Sehen ist sehr viel größer – der Bedarf ist hier absolut nicht gedeckt im Moment. Zu der Grafik ganz kurz: Das sind alle Reha-Leistungen, von der Herz-Reha, Onko-Reha und so weiter, und dann muss man sehen, etwas weniger als ein Promille ist das hier. Die größte Reha-Gruppe sind immer noch die orthopädischen Rehabilitationen – Professor Schrage hat's schon erwähnt, nach Hüft-OP ist es dort ein Selbstverständnis, obwohl man sicher viele Sachen davon auch ambulant machen könnte, gerade für jüngere Leute, aber das läuft eben stationär. Was sehr stark zugenommen hat, sind die psychosomatischen Rehabilitationen. Dann gibt's kleinere Fachrichtungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall, aber auch das sind am Ende nur 9 Prozent, also alle sehr viel weniger als die Orthopädie, die fast 30 Prozent hier ausmacht – und da kommen wir gar nicht vor, in so wenig, was Sinnesbehinderung angeht (dazu gehört ja auch die Hörbehinderung). Es fehlt eine ordentliche Augenheilkunde-Reha, es fehlt ein ambulantes Konzept – da sind wir dran, das stationäre Konzept ist jetzt entwickelt, das ist für die wirklich schweren Fälle, und da wirkt es segensreich. Großes Ziel ist, jetzt ein ambulantes Konzept zu erarbeiten – das muss ausgebreitet werden. Es gibt ganz viele Bausteine: Seit 30, seit 50 Jahren mühen sich die verschiedensten Organisationen, die Selbsthilfe, die verschiedenen Optiker-Fachgeschäfte, die sich da auch segensreich einsetzen – alle mühen sich, aber es fehlt eigentlich ein koordinativer Ansatz, der diese Dinge an den Orten, wo die Leute das brauchen, zusammenführt. LPF-Trainer, O&M-Trainer sind unterwegs, die nehmen ganz viel von diesen Problemen auf, können das aber gar nicht leisten, was da alles an Problemen ist – insbesondere die psychische Betreuung, die man in der Klinik mit Fachleuten hat, landet dann bei Menschen, die eigentlich Mobilität und Orientierung machen sollen, aber erstmal Vertrauen aufbauen müssen, damit der Betroffene überhaupt wieder den Schritt vor die Tür wagt. **Prof. Schrage:** Ein großer Teil meiner Patienten sind funktionell einäugig, wie wir sagen – die hatten einen Tumor oder einen Schlaganfall, und das andere Auge kann vollkommen normalsichtig sein. Da wir im Moment das einzige Angebot sind, muss man also nicht schwer betroffen sein. Aber irgendwann würden solche Leute mit einer Einäugigkeits-Problematik natürlich in einem ambulanten System sehr gut abgefangen werden. **Prof. Kunert:** Wir haben noch mal etwas zu den Rehalehrern, weil das die sind, die das Orientierungs- und Mobilitätstraining leisten – vielleicht willst du das berichten? **Prof. Schrage:** Faktisch wartet man im Augenblick auf ein Reha-Training ungefähr drei bis sechs Monate, die Versorgungssituation wird von den meisten Rehalehrer:innen als schlecht bewertet. Man muss ganz klar sagen: Ungefähr zwei Drittel gehen in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand, das heißt, das ist nicht zu schaffen, und da haben wir ein ganz großes Problem. Die Rehalehrer-Ausbildung ist technisch nicht gut organisiert, läuft im Augenblick über den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, und voll ausgebildete Leute mit fertigem Abschluss müssen dann für drei Jahre ohne Entgelt in eine Weiterbildung, die sie 50.000 Euro kostet – da können Sie sich vorstellen, das macht man nicht so gerne. Das muss dringend auf andere Füße gestellt werden, da gibt es ambitionierte Pläne, und ich hoffe, dass die bald umgesetzt werden, die Rehalehrer sind jedenfalls dran. **Prof. Kunert:** Wir haben auch keine festangestellten Rehalehrer, wir haben zwei, die als Honorarkraft bei uns arbeiten. Wir bieten ein Basistraining an, das man anfängt und dann idealerweise zu Hause fortsetzt – auch das ist schwer zu organisieren. Wenn wir zum Beispiel an die Niederlande denken: Die haben 50 Reha-Zentren, wo mehrere O&M-Trainer jeweils fest angestellt sind, sodass jemand, bis er wirklich selbständig ist, täglich trainiert werden kann. Davon sind wir weit entfernt. Und wichtig – das ist jetzt auch der Ansatz in der Neuorientierung – ist, dass sich das weiterentwickelt: Es wird sehr viel Forschung gemacht, die ganzen neuen Hilfsmittel, die man hier auch alles sehen kann, da ist eine rasante Entwicklung mit KI und Technik, die wir heute zur Verfügung haben, und das muss in diese O&M-Ausbildung integriert werden – das ist noch ein weiter Weg, und das Defizit wird uns noch eine Weile erhalten bleiben. **Prof. Schrage:** Unser Handlungsbedarf: Jeder Mensch hat Recht auf inklusive, gleichberechtigte, selbstbestimmte Teilhabe, und aus medizinischer Perspektive müssen Gesundheitsprobleme, die durch Sehprobleme verursacht oder verstärkt werden können, abgewendet werden. Aus arbeitsmarktpolitischer Perspektive ist die Vermeidung von Frühverrentung und die systematische Überführung von Akutversorgung in medizinische und berufliche Reha angesichts des hohen Bedarfs an qualifizierten Bewerbern, egal welcher Altersstruktur, eine vernünftige Maßnahme – das weiß auch die Politik, aber es fehlt im Augenblick die Handlungsmöglichkeit, weil man kein Konzept hat, wie man eine Reha neu etabliert; die etablierten Rehas sind im Augenblick nicht interessiert daran, augenheilkundliche Patienten zu übernehmen. Ökonomisch ist die Vermeidung von Dauerfolgekosten wegen Erwerbsminderung und Pflegebedürftigkeit ganz klar, und für die einzelne Person geht es um den sozialen Abstieg – denn wenn man erstmal auf der Erwerbsminderungsrente sitzt, ist das in vielen Fällen nicht viel. Warum werden auch die rehabilitativen Maßnahmen nicht angesteuert? Ich denke, wir Augenärzte müssen uns da sehr in die Pflicht nehmen – wir wissen in der Regel nicht, dass dieser Rechtsanspruch besteht, und sagen, die Teilhabe meiner Patienten ist nicht meine Aufgabe. Das ist aber ein ureigenes ärztliches Thema – wir müssen es nicht unbedingt selbst machen, aber wir müssen es wissen und müssen unsere Patienten dorthin führen. Einfacher wäre so etwas über eine sogenannte Anschlussrehabilitation: Wenn ich zum Beispiel eine Hüft-OP habe, habe ich einen Rechtsanspruch, ohne dass der Kostenträger sagen kann, ich genehmige das nicht – das wäre für die Augenheilkunde ideal. Ich hab das 2022 für die Tumoren etabliert, weil es in der Onkologie bei Krebspatienten auch etabliert ist: Wenn jemand einen bösartigen Tumor im Auge oder in der Augenhöhle hat, kann der Sozialdienst des Krankenhauses so eine Reha einfach einleiten, wenn der Patient das wünscht – keine Pflicht. Für schwere Fälle, etwa bei frischer Erblindung, wäre es das Ziel, dass auch so eine Anschlussrehabilitation etabliert wird. Eines der großen Probleme der bisherigen Augenarzt-Ausbildung ist, dass sich für den Augenarzt folgendes darstellt: Durch Reha wird ja gar nichts besser, wir können die Sehleistung nicht verbessern. Aber das ist natürlich totaler Blödsinn – und das ist etwas, was wir im Augenblick in einem Fortbildungscurriculum etablieren, damit junge, in Ausbildung befindliche Augenärzte lernen, dass die ursprüngliche Struktur-Funktion-Aktivität in der Teilhabe wiederhergestellt werden kann: dass Ersatzstrategien geübt werden, Nutzung verbliebener Funktion, Kompensation – hören statt sehen, tasten statt sehen, all das, was wir in der blindentechnischen Grundausbildung haben – und die Anpassung an die Umweltbedingungen und an die Beeinträchtigung der Aktivität, also Adaptation. Das reflektiert noch mal das Thema von eben: Wenn man älter wird, fällt das schwerer, und wenn zum Beispiel auch das Hörvermögen weniger wird, ist dieser adaptive Mechanismus viel anstrengender zu bedienen – im Alter ist das noch mal eine besondere Herausforderung. ── Therapieangebote: Kompensation, Hilfsmittel und Peer-Austausch ── **Prof. Kunert:** In der nächsten Folie haben wir so ein bisschen die Kompensationsstrategien: Manchmal kann man medizinisch noch etwas verbessern, zum Beispiel an der Augenoberfläche – ganz wichtiges Thema nach vielen Operationen –, sodass man da noch mal ein paar Prozentpunkte Sehkraft rausholen, stabiler lesen kann. Medizinisch geht häufig trotzdem noch etwas, aber Narben und Gefäßverschlüsse kann ich natürlich nicht wunderheilen. Es geht auch darum, das psychisch zu verarbeiten – da sind wieder die Strategien, die wir entwickeln müssen, und die Lebensbewältigung irgendwie hinzubekommen. Verschiedene Berufsgruppen bringen dafür verschiedene Techniken bei: die Sozialarbeiter vermitteln dort Themen, und ganz viel machen die Ergotherapeut:innen, Activities of Daily Living oder LPF, lebenspraktische Fähigkeiten, Arbeitsplatztechniken – wir haben riesige Laboratorien, wo man am Rechner Ergonomie erlernen kann, kognitive Leistungssteigerungstechniken beigebracht bekommt, auch ganz einfache Shortcuts, die mit Windows möglich sind, um am Ende auch wieder am eigenen PC einsetzbar zu sein. Und die Hilfsmittel – da ist ja eine riesige Revolution, wir bieten auch iPhone-Schulungen an, Apps, das Handy hat jeder – die Hilfsmittel, die man sonst kennt, von der Lupe bis zu elektronischen Hilfsmitteln, gehören natürlich weiterhin dazu. Peer-group-Erfahrung ist auch ein ganz wichtiger Punkt: dass man dort Menschen begegnet, die ähnliche Problemlagen haben und gut mit ihrem Leben klarkommen, und dass so manche Frage gestellt wird, die man vielleicht im Gespräch mit Therapeut oder Arzt nicht stellt – nach dem Motto: Wie kommst du denn damit zurecht, dass du kontrollierst, ob deine Unterwäsche noch in Ordnung ist? Das sind Sachen, die man in einem therapeutischen Gespräch nicht unbedingt thematisiert, die aber in der Peer-Group nach dem Motto „ich hab da was festgestellt, wie geht ihr damit um" hochkommen. Ich seh das an unseren Patienten, die sich zusammentun, ich seh das in der Selbsthilfe, dass das ganz stark ein Thema ist – und das ist sowohl in der stationären als auch in einer zukünftigen ambulanten Therapie ein Thema, dass man sich zusammensetzt und sich unterhält. Wir können natürlich in der Reha in sechs Wochen nicht alles lösen, gerade wenn man frisch erblindet ist, das ist ein langer Weg – Frau Ölschläger arbeitet bei uns als Rehalehrerin, wir gucken, ob wir eine Teilleistungsfähigkeit erreichen können. Also: Was will ich jetzt irgendwie mal können, um zu sagen, alle anderen Dinge werde ich dann auch noch lernen – wie ich mich kleide, wie ich vielleicht meinen Kaffee gut einschenken kann oder mir ein Brot schmiere. Man versucht, das miteinander zu üben, damit man sieht: Das geht, ich schaffe das. Und dann muss der Weg natürlich nach der Reha weitergehen und vor Ort fortgeführt werden. Wir haben neben Frau Ölschläger noch Frau Richter bei uns im Boot, die auch mit „Vitamin B" manchmal Wartezeiten unterbieten können. Wir hatten vorhin in der Folie sechs Monate – das ist wahrscheinlich schon etwas zu tief gestapelt, manchmal ist es tatsächlich leider bis zu einem Jahr. Auch das Thema Psychotherapie war eines unserer größten Defizite: Wenn man in so einer Krise ist und psychotherapeutische Unterstützung braucht – da hat uns Corona extrem geholfen. Wir haben eine neue Psychotherapeutin, die immer für alle, die es brauchen, eine Möglichkeit schafft, dass sie unmittelbar zu Hause weiter psychotherapeutisch angebunden sind, sei es online, wenn es vor Ort nicht direkt in Person geht – also auch da haben wir eine Möglichkeit der Weiterversorgung, sodass es nach Masserberg nicht wieder abbricht und man nicht weiterhin allein gelassen wird. Großer Vorteil: Man kann innerhalb dieser Wochen natürlich Hilfsmittel testen, sodass wir am Ende in unserem Bericht auch genau sagen können, muss der Filter für außen, der Filter für innen, die Kontaktlinse – Skleralkontaktlinsen bieten wir zum Beispiel an, wo man große Oberflächendefekte überbrücken kann –, dass wir genau sagen können, das funktioniert bei Ihnen, das funktioniert nicht, oder auch zum Beispiel mein Auge aus dem Sehprozess rauszunehmen mit einer Okklusionskontaktlinse, wo man das Auge quasi abdeckt. All diese Dinge – da wissen wir in der Regel nach vier bis sechs Wochen, was man braucht, und dann ist man, so hoffe ich, gut versorgt. Da gibt's natürlich noch ganz viele andere Sachen, die wir machen, nur ein paar Themen vielleicht noch mal anzusprechen: Was macht so eine Erkrankung körperlich? Wir haben einen studierten Physiotherapeuten mal rangesetzt, der geguckt hat, welche Problemlagen Augenpatienten haben – 90 Prozent haben Schulter-Nacken-Probleme, sei es bei Einäugigkeit durch Kopfzwangshaltung, Annäherung an den Bildschirm oder ans Lesegut. Da haben wir ein Programm „Nackenfit", Mobilisierung, Techniken, die man dann auch zu Hause weiterführen kann. Und was noch viel evidenter ist: das Thema Sturz, Gleichgewicht, Koordination – Fallangst kommt noch dazu, manche haben gar kein schlechtes Gleichgewicht, haben aber Angst hinzufallen aufgrund der Seh-Einschränkung. Da sind wir wieder bei den Pflege-Themen, den Folgeerkrankungen. Meine Patienten sind im Durchschnitt 55 Jahre alt, im erwerbsfähigen Alter, haben aber üblicherweise ein Gleichgewicht wie ein 75-Jähriger, also Vergleichsgruppe Normalbevölkerung 75 Jahre. Das heißt, wir können mit Sporttherapeuten Fallen üben, um Ängste zu verlieren, in verschiedenen Levels von Einzel- bis Gruppentherapie, immer mit dem Ziel der langanhaltenden Wirkung – einfache Übungen, die man dann im Alltag selber weiterführen kann. Bei der Beziehung zum Lebenspartner haben wir immer noch Luft nach oben – die haben natürlich auch viel zu leisten, gerade wenn man vielleicht doch noch relativ hilflos ist. Begleitpersonen können, medizinisch begründbar, auch mit in die Reha kommen, das ist für viele hilfreich. ── Berufliche Rehabilitation (MBOR) und Wiedereinstieg ins Arbeitsleben ── **Prof. Kunert:** Die berufliche Reha ist hier noch mit aufgeführt, die sogenannte MBOR, medizinisch-beruflich orientierte Reha – da haben wir die Zulassung, es gibt verschiedene Stufen. Wir gucken, was Sie brauchen, um zum Beispiel in Ihrem Job zu bleiben. Und das ist auch etwas, wo wir Augenärzte eine relativ rudimentäre Vorstellung haben – früher hab ich mal gelernt, wenn man blind ist, wird man Polsterer oder Masseur. Davon sind wir heute zum Glück ganz weit entfernt, wobei man sagen muss, der Physiotherapiebereich ist sehr gut geeignet. Für uns ist auch immer wichtig zu beurteilen, wohin die Reise geht, das Thema Prognose – ganz oft erlebe ich bei den Jüngeren: Wir sind heute selbstbestimmt unterwegs, Eltern tun ihren Kindern damit auch keinen Gefallen, wenn sie sagen, mein Kind kann alles werden, das wird schon klappen. Irgendwann merkt man dann, wenn man doch in die Erblindung gleitet, dass der Beruf nicht mehr geht, und steht in der Mitte des Lebens, hat ein Haus abzubezahlen, eine Familie zu versorgen, und steht im Prinzip vor dem Nichts. Idealerweise überlegt man bei einer chronischen Erkrankung schon früh, was man bis zum Eintritt ins Rentenalter gut leisten kann. Der klassische Bereich ist der Bildschirmarbeitsplatz, da kann man jedwede Seh-Einschränkung in irgendeiner Weise verorten – am Anfang für viele Patienten vollkommen unvorstellbar: Wir haben einen Bürojob und können nicht mehr sehen. Dass das eigentlich ein Job ist, in den man auch wieder zurückkehren kann, wenn man Techniken erlernt hat, einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz hat, oder auch tatsächlich sprechende Tätigkeiten, vermittelnd – ich kenne den Justiziar des DBSV, Herrn Doktor Richter, der als Vollblinder wirklich in einer ganz hervorragenden Weise, allerdings mit einer fantastischen Merkfähigkeit, vor Gericht besteht; ich hatte das Vergnügen, als Gutachter dabeizusitzen, wie er jemanden „in die Pfanne gehauen hat" – der hat's drauf. Also sprechende Berufe, Physiotherapie – wenn's um Berufsleben, Ausbildung geht, haben die einen großen Vorteil, und man muss sich in der heutigen Welt klarmachen: Der Bildschirmarbeitsplatz im Sinne des Buchhalters und so weiter, in den Bereichen, wo die Sinnesbehinderung schwerwiegend wird, sich auf die menschliche Seite zu schlagen – wenn man gut sprechen und hören kann, in diesen menschlichen Bereich, in die Kommunikation reinzugehen. Wichtiger Punkt vielleicht noch: Früher haben wir immer gesagt, ab 50, 55 lohnt sich das nicht mehr, auch jemanden umzuschulen – das ist heute anders, wenn man das möchte, sind da keine Grenzen gesetzt, was das Alter angeht. Der Anspruch besteht auch mit 60 noch, eine Umschulung zu machen, wenn man das möchte und damit theoretisch noch gut Geld verdienen kann. Das ist natürlich etwas, wo die Rentenversicherung aufgrund der Arbeitsmarktsituation auch Geld in die Hand nimmt, und man guckt immer individualisiert: Was hat man für Fähigkeiten, hat man vielleicht ein Studium gemacht – geht das selbst bei einem Mediziner? Der kann vielleicht gutachterliche Tätigkeiten machen und muss dann eben keine Untersuchung am Patienten durchführen. Es wird eigentlich sehr viel nach individualisierten Lösungen geschaut, mit den Qualifikationen, die man hat, weiter im Erwerbsleben zu bleiben. **Prof. Schrage:** Für mich als Augenarzt ganz klar: Wann muss ich an Reha denken? Das versuchen wir auch den Augenärzten zu kommunizieren – können Sie dem Herrn da draußen mal sagen, er soll woanders telefonieren, finde ich unzulässig. Glaukom, Netzhautablösung, Unfall, schweres trockenes Auge mit Verlust der Arbeitsfähigkeit, Transplantat mit Astigmatismus, Komplikation nach refraktiver Chirurgie – eigentlich immer dann, wenn man mehrfach krankschreibt wegen Sehstörungen, sollte man spätestens bei der dritten Krankschreibung die Frage aufwerfen, ob eine Reha gewünscht wird. Und jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Die Reha beantragt nicht der Augenarzt für Sie, Sie müssen selbst aktiv werden, Sie müssen die Reha einfordern, damit Sie die Teilhabe wieder erlangen – das ist ein wichtiger Punkt. Bei den Orthopäden funktioniert das im Krankenhaus so, dass man nach der Operation vom Sozialdienst gefragt wird: Wollen Sie eine Reha? Wenn man da Ja sagt, läuft das als Willensbekundung, damit läuft das. Bei uns in der Augenheilkunde ist es leider ein bisschen schwieriger, da müssen Sie unter Umständen sogar den Antrag selbst ausfüllen – was nicht ganz einfach ist, mit Angehörigen, aber das wird erwartet, ohne Antrag passiert nichts. Aber dann ist ganz wichtig: Wenn Sie den losschicken, egal ob an die Krankenkasse, die Rentenversicherung, irgendeinen Leistungsträger bis hin zum Sozialamt, die müssen sich kümmern – es gibt eine gesetzliche Regelung: Wenn der Antrag innerhalb von sechs Wochen nicht bearbeitet ist, ist der angesprochene Leistungsträger „an der Backe" und muss dann zahlen. ── Wie beantrage ich eine Reha? Praktische Schritte ── **Prof. Schrage:** Sie müssen selber tätig werden, aber es gibt eine Leistungsgarantie dahinter: Der Angesprochene muss sich darum kümmern, dass der richtige Leistungsträger gefunden wird, damit der dann nicht selbst zahlen muss, sondern der richtige Leistungsträger zahlt. Wichtig für die Reha-Fähigkeit: Wenn jemand vollkommen hilflos ist, muss er mindestens eine Begleitperson mitbringen, das geht sonst nicht – das können wir leider nicht leisten, wir versuchen es in Einzeltherapien, aber mit Begleitung für den Rest des Tages. Und wenn jemand psychisch so extrem instabil ist, dass er sich noch gar nicht mit anderen Themen – wohin geht's beruflich, wie kann ich mein Leben vielleicht in zwei, drei Jahren wieder im Griff haben – beschäftigen kann, dann ist es bei uns auch schwierig. Da gibt's noch weitere Angebote, zum Beispiel eine psychosomatische Reha in Verbindung mit dem Berufsförderungswerk in Düren, die vorwiegend um die psychische Stabilisierung geht, auch mit Anbindung an die Salus-Klinik Hürth bei Köln. Und der letzte Punkt ist noch die Motivation: Wenn diese Arbeitsunfähigkeit immer wieder kommt und dann irgendwann die Arbeitsagentur sagt, Sie müssen jetzt mal eine Rente beantragen, und man kann sich das dann auch vielleicht gar nicht mehr vorstellen – dann kann ich häufig leider das Blatt auch nicht mehr umdrehen, wenn der Rentenanspruch oder die Motivation verloren ist und der Rentenanspruch ganz im Vordergrund steht. Was aber passieren kann, wegen des Grundsatzes Reha vor Rente: Die Rentenversicherung schickt Sie dann erstmal zu mir, sie haben einen Rentenantrag gestellt, und dann heißt es, das müssen wir erstmal gucken, ob man das vielleicht durch medizinische Reha-Maßnahmen verbessern kann – das ist schwierig, weil ich dann eben vielleicht eine sozialgerichtlich relevante Einschätzung treffen muss, dass jemand eigentlich in seinem Beruf weiterarbeiten kann, mit den und den Maßnahmen. Das ist nicht der Idealfall, aber schwierig. Wie machen wir das ganz praktisch? Online kann man das gut machen bei der Rentenversicherung: Auf der Hauptseite der Rentenversicherung gibt's den Reha-Antrag, den kann man sich runterladen und ausfüllen – Antrag auf Rehabilitationsmaßnahmen, Antrag auf Anschlussheilbehandlung (bei den Tumoren des Auges ist das schon genehmigt), Antrag auf Leistung zur Teilhabe, LTA – wichtig, das ist dann Teilhabe am Arbeitsleben, aber allgemeine Teilhabe ist auch ein Reha-Grund. Ich hab schon erwähnt, dass Sie den Antrag selbst stellen müssen – da müssen Sie reinschreiben, was Sie alles nicht können, Ihre Teilhabeeinschränkung muss da rein, und trotzdem muss irgendwo oben die Augenerkrankung stehen, weil Sie sonst vielleicht landen, wo Sie nicht hinwollen: Wenn Sie noch angeben, Sie haben Schulter-Nacken-Probleme, dann kommen Sie in die Orthopädie – auch die Leute, die die Reha bewilligen, haben manchmal von Augen-Reha noch nichts gehört. Oder wenn Sie sagen, Sie haben ganz massive Krankheitsverarbeitungsprobleme, und da steht vielleicht eine Diagnose einer schweren Depression drauf, landen Sie in einer psychosomatischen Reha – das muss also oben stehen. Was man idealerweise anfügen kann, ist ein Befundbericht des Arztes, der wird auch vergütet – wenn Ihr Augenarzt Sie unterstützt, wäre das der ideale Weg. Wenn er das nicht macht und Sie vielleicht mal in der Klinik waren, hängen Sie einfach den Arztbrief an – Sie haben ja medizinische Unterlagen, und dann können sich die Sachbearbeiter meistens ein ganz gutes Bild machen; reicht das nicht, können Sie immer noch Ihren Arzt anschreiben und um etwas Unterstützendes bitten – nicht unbedingt erforderlich. Die Leistungserbringer beziehungsweise Sozialversicherungsträger haben die Faustregel: Arbeitsplatzerhalt geht an die Rentenversicherung; der Altersrentner wird von der Krankenversicherung übernommen; die Erhaltung der Teilhabe geht über Landschaftsverband, Wohlfahrtsverbände und Eingliederungshilfe – verschiedene Institutionen. Wenn Sie Opfer einer Straftat sind und deswegen eine Sehbehinderung erleiden und eine Reha brauchen, geht das über das Sozialgesetzbuch XV, Opferschutzgesetz – wichtig, da sind Sie genauso gut versichert wie über eine berufsgenossenschaftliche Versicherung. Das ist eigentlich eine Errungenschaft: Herr [Name akustisch nicht sicher verständlich] hat sich seinerzeit dafür eingesetzt, dass es eine Regelung dafür gibt, dass nicht jemand, der nichts in der Tasche hat und zusammengeschlagen wird, einen schweren Unfall und eine schwere Behinderung erleidet, dann nur noch in die Röhre guckt, weil das Gericht sagt, klar, der ist schuldig, der muss jetzt für Sie aufkommen, aber der hat nichts – da greift man dem, der nichts hat, in die Tasche. Das ist so oft passiert, dass gesagt wurde: Eine Straftat ist auch ein gesellschaftlicher Zusammenhang, und die Gesellschaft hat eine Verantwortung für die Leute, die Opfer von Straftaten werden – das hat der Gesetzgeber im Opferschutzgesetz umgesetzt. Wichtig: Der Antragsteller muss eine polizeiliche Aufnahme seiner Straftat haben, die gehört zum Antrag dazu, sonst sagen die Wohlfahrtsverbände und Landschaftsverbände nein, weil es sonst nicht Täter oder Opfer zuzuordnen ist. Zwei Dinge, die noch fehlen: Bei der Berufsgenossenschaft ist es in der Regel so, dass der Berater, der Sie begleiten – also bei einem im Arbeitsleben stattgehabten Unfall –, das Ganze selbst macht, die ergreifen die Initiative und suchen nach Reha-Optionen. Bei der Krankenversicherung ist es tatsächlich anders: Bei den Rentnern muss der Augenarzt ein Formular ausfüllen, da kommt er nicht drumherum, sonst funktioniert das in keinem Fall. Also nur bei der Rentenversicherung ist es so, dass Sie allein nicht tätig werden können, deswegen ist es bei der Krankenversicherung unbedingt notwendig, dass der Augenarzt mitmacht. Was müssen die Augenärzte tun, daran denken: Der Behandlungsauftrag endet nicht mit den akutmedizinischen Maßnahmen, sondern beinhaltet die Ermöglichung von Teilhabe, und er muss diesen formlosen Antrag ausfüllen – das ist ganz wichtig, dafür kriegt er extra Geld, kann man auch sagen: ich glaub 38 oder inzwischen 41 Euro, Kleinvieh macht auch Dreck, das ist ein Befundbericht, den er schreiben muss. Wenn Ihr Augenarzt sagt, laden Sie sich das Formular runter, dann schicken Sie das bitte mir zu, oder der Rentenversicherung, dann kriegt er dafür 41 Euro – ist immer ein Argument, wenn's Geld für irgendwas gibt. Vielleicht noch ein Shortcut: Sie haben vielleicht mal Ihren Augenarzt gefragt – viele wissen auch nicht, was ich mache, ich bin da sehr viel berufspolitisch unterwegs, aber ich kann jetzt nicht jeden Augenarzt des Landes missionieren, da haben wir ja einige Tausend davon. Wenn die sagen, das ist Quatsch, bringt Ihnen nichts, fragen Sie Ihren Hausarzt – der macht das ständig für die Hüfte, für die Tumorerkrankung, für den Schlaganfall, den müssen Sie nur sagen, oben muss die Augendiagnose stehen, der schreibt dann auch wieder alle möglichen Diagnosen auf, die Sie vielleicht in Ihrem Leben gesammelt haben – die Augendiagnose muss oben stehen, das ist das einzig Wichtige. Der Augenarzt muss Ihnen einen Ausdruck Ihrer Patientenbefunde mitgeben, da haben Sie ein Recht drauf nach dem Patientenrechtegesetz – Sie dürfen dem Augenarzt sagen: Bitte schön, ich hätte gern einen Befundbericht, den kriegen Sie, den müssen Sie kriegen. Wenn er sich dann ziert und sagt, da will ich jetzt aber 10,50 Euro für haben, dann sagt man: nein, nein, Patientenrechtegesetz, den Befund, den Sie jetzt erhoben haben, müssen Sie mir aushändigen. Das muss er tun, und Sie können ihn vorsichtig darauf hinweisen – das ist nicht nett, aber es gibt strukturelle Faulheit, und da versucht man immer, anders darauf zu reagieren, manchmal muss man dann auch mal Hinweise geben: Du, pass mal auf, du stehst im Halteverbot, jetzt fahr da mal weg. ── Ausblick: Lotsenkonzept, ambulante Reha und neurovisuelle Rehabilitation ── **Prof. Schrage:** Wir haben noch ein bisschen einen Ausblick – das wollte ich jetzt gar nicht so ewig strecken, ich glaub, wir haben klargemacht: Es gibt ein paar Angebote, die sollten Sie nutzen, aber wir sind da ganz am Anfang, und wir brauchen klare Strukturen, damit auch Sie wissen, dass der Augenarzt weiß, wie er seinen Patienten steuert, damit alle diesen Reha-Anspruch, den sie haben, auch wahrnehmen können. Da gibt's natürlich viele Aktivitäten: Es gibt zum Beispiel einen Ausschuss der DVfR, der sich mit Sehverlust beschäftigt, mit verschiedenen Mitgliedern unterschiedlicher Organisationen – die Selbsthilfe ist mit dabei, die Kostenträger von der GKV, der Krankenkasse, bis zur Rentenversicherung, und wir natürlich als Leistungserbringer, um am Ende für Sie klare Wege vorzugeben. Dann ist immer die Frage: Wie definiert man Ihre Teilhabeeinschränkung? Da sind wir jetzt relativ weit – es gibt eine Arbeitsgruppe, die anhand der Teilhabeeinschränkung so einen Fragebogen mit 13 Fragen entwickelt hat, die zum Beispiel erfassen: Ich kann nicht mehr lesen, oder ich kann nicht mehr Auto fahren – bestimmte einfache Dinge, die Ihre Teilhabeeinschränkung definieren, sind aufgeführt, und da sind wir dabei, dass in den Kliniken der Sozialdienst das mit Ihnen beantworten kann, oder im Idealfall auch das Assistenzpersonal in der Augenarztpraxis – gehen wir wieder zum Glaukom-Vortrag von vorhin: Am Anfang war noch alles gut, jetzt nehmen Ihre Gesichtsfelddefekte zu, Sie sind 20 Jahre beim Augenarzt, sodass das Assistenzpersonal dann sagen kann, hat sich das jetzt stark verschlechtert und Sie haben eine Teilhabeeinschränkung – daraus muss dann abgeleitet werden: jetzt geht's zur Reha. Der AHB-Katalog, diese Anschlussrehabilitation – das hatte ich schon erwähnt, im Moment gibt's das nur für die Tumoren, und um einfach die Ablehnungsquote auch der Kostenträger zu reduzieren, wäre es wichtig, dass mehr Augenerkrankungen aufgenommen werden. Wir können jetzt nicht 50 Augenerkrankungen aufnehmen, sondern wir können zum Beispiel eine Schwere definieren – wenn ich zum Beispiel eine Netzhautablösung auf einem Auge habe, sehe dort schlecht, jetzt ist das zweite Auge betroffen, kann ich nicht nach Hause entlassen werden. Das müssen wir definieren: gutartige Erkrankung, nicht die Tumoren, in welcher Schwere ist eine Anschlussheilbehandlung indiziert. Dann brauchen wir Lotsen, die Betroffene und Primäreinweiser wirklich beraten: Wie geht das, wie kommt der Patient an die Rehabilitationsmaßnahmen ran? Da haben wir zurzeit ein nicht verzahntes Therapieangebot, undurchsichtige Beratung, und wir brauchen Leute, die das kennen, die lokal wissen, wer ist überhaupt hier lokal für mich zuständig, wer kann mir weiterhelfen – da sind wir dran. Wir haben einen Antrag beim Gemeinsamen Bundesausschuss gestellt, der ist leider abgelehnt worden, wie so viele andere Anträge. Wir müssen jetzt mal gucken, was man mit Bordmitteln realisieren kann, was man auf anderen Wegen organisieren kann. Der Punkt ist, und das ist ein bisschen frustrierend: Wir haben einen Rechtsanspruch, wir haben eine Gesetzeslage, die ganz klar sagt, das steht den Patienten zu – wir haben aber zurzeit praktisch nur einen oder anderthalb Leistungserbringer, nämlich die Rehaklinik Masserberg und die Salus-Klinik in Hürth, und es fehlt komplett ein koordiniertes Leistungsangebot von ambulanten Trägern. Es muss im Augenblick eigentlich ein Konzept hergestellt werden, das ambulant und stationär definiert und es attraktiv macht für Leistungserbringer, diese Leistung zu erbringen – und dann müssen auch die Aufträge kommen, das heißt, die Augenärzte müssen erstmal eine Bedarfslage signalisieren, dadurch, dass es mehr Anträge gibt, als bewilligt werden. Das ist im Augenblick so ein bisschen, weswegen wir hier Werbung machen: dass wir uns gemeinsam bemühen, dass mehr solche Anträge gestellt werden, dass mehr Patienten in dieses System eingestellt werden, und dass es eine ambulante Alternative gibt, damit man diesen Gesetzesanspruch verwirklichen kann – das ist in der Augenheilkunde eine merkwürdige Konstellation, und deswegen ist es so schwer, jemanden zu finden, der das fördert, weil alle sagen, da steht doch alles im Papier schon drin, ihr müsst's ja nur beantragen, dann kriegt man das auch. Das ist de facto leider nicht der Fall. Das ist jetzt tatsächlich mein nächster Schritt, den ich unbedingt angehen will: dass wir ein Pilotprojekt für einen ambulanten Standort haben, dass man nicht quer durchs Land reisen muss – das muss passieren. Noch ein anderer Punkt ganz am Schluss: eine Patientengruppe, die im Moment nicht so richtig abgefangen wird, sind Patienten mit Problemen im Gehirn, die einen Schlaganfall oder eine chronische degenerative neurologische Erkrankung haben – die üblicherweise ihren Reha-Anspruch über die Neurologie erfahren, aber wo die visuellen Aspekte, also zum Beispiel Gesichtsfelddefekte, kaum adressiert und auch nicht adäquat therapiert werden. Unser Eindruck ist häufig: Wenn Patienten dann zu uns kommen, dass sie wieder sprechen, wieder laufen können, aber erst wenn sie im Arbeitsleben landen, merken sie, dass das rechte Gesichtsfeld vollkommen fehlt – das rechnet unser Gehirn erstmal raus. Tatsächlich sind das in Deutschland eine ganze Menge Patienten, allein für die Gruppe der Erwerbstätigen, die ich in Masserberg sehe, sind es 30.000 Schlaganfälle im Jahr, die auch visuelle, also Seh-Einschränkungen haben, und 40 Prozent davon – da gibt's eine Erhebung – merken das erstmal im Alltag gar nicht, weil das eben nicht immer so schön als schwarzes Gesichtsfeld dargestellt wird, sondern das Gehirn füllt da etwas hinein, was am Ende trotzdem nicht vorhanden ist. Da haben wir das Ziel, eine neurovisuelle Rehabilitation anzubieten, dass wir also quasi nach dem Phasenmodell der Neurologie – von den intensivmedizinisch behandelten bis zu denen, die ins Erwerbsleben gehen – in den späteren Phasen noch eine augenheilkundliche Rehabilitation anschließen. Ich würd jetzt eigentlich Schluss machen, weil wir für Fragen noch ein bisschen Zeit haben wollen – wir haben fast eine Stunde geredet – und würden uns auf Fragen von Ihnen, vielleicht auch aus dem Chat, freuen und dann gemeinsam mit Ihnen die Sache beenden. Erstmal dir herzlichen Dank, Kathleen, dass du das vorgetragen und vorbereitet hast. ── Publikumsfragen ── **Moderation:** Gibt's Fragen? Oder haben wir alle erschlagen mit unseren – da hinten, ich komm zu Ihnen, Moment. Wir machen's trotzdem mit Mikro, weil der Chat sonst nicht mitkriegt. **Frage aus dem Publikum:** Ich hab nur eine ganz einfache Frage: Ich lebe nicht in Deutschland, was ist eine EM-Rente? **Prof. Schrage:** Erwerbsminderungsrente. **Moderation:** So, hier vorne war eine Frage. **Frage aus dem Publikum:** Hallo, ich bin Rentnerin und hab seit anderthalb Jahren ein Glaukom und bin stark sehbeeinträchtigt, und wollte jetzt auch eine Reha in Masserberg beantragen und habe den Antrag an meine Hausärztin gegeben, oder sie macht es für mich – da wollte ich fragen, ob das genügt, meine augenärztlichen Berichte von der Klinik von den letzten Jahren. Ich habe auch ein Implantat in meinen Augen, dieses PreserFlo-Implantat. **Prof. Kunert:** Das reicht tatsächlich nicht – das heißt, von Ihrem Augenarzt oder Ihrer Augenärztin muss ich ein Formular ausfüllen lassen, da gibt's auch zusätzlich noch ein Formular von der Krankenkasse, das ist auch ein Papierformular. Aber dort muss rein – die Erkrankung ist wichtig, aber es muss dort rein, dass zum Beispiel durch die Gesichtsfelddefekte Sturzgefahr besteht, also dieser Pflegeaspekt muss da erscheinen, dass Sie stürzen können, was ja alle möglichen Folgen haben kann – das muss dort rein, Pflegebedürftigkeit muss vermieden werden. Das geht dann nicht über die Erklärung des Hausarztes, sondern muss vom Augenarzt kommen. Sie können aber trotzdem die Berichte noch mit anhängen. **Frage aus dem Publikum:** Aber dieses Formular, wo oben „fortgeschrittenes Glaukom" und „Gefahr der Pflegebedürftigkeit" steht? **Prof. Kunert:** Ja, genau. Ich hoffe, da hab ich – Sie haben ein bisschen Sorge, dass das vielleicht nicht klappt: Können Sie sich gerne auch noch mal an uns wenden. **Moderation:** Ihr Mann bei der Telefon dabei – die Adresse, diese Rehaklinik-Adresse, ist sichtbar auf der letzten Folie. Wenn das eine Absage geben sollte, können Sie sich bei uns noch mal Unterstützung holen. **Moderation:** Dann war hier eine Frage, ich komm zu Ihnen. **Frage aus dem Publikum:** Wenn man jetzt, ich bin ein bisschen später dazugekommen, in vollblinden – sag ich mal, hat, wie zum Beispiel ich – und der möchte jetzt gerne eine klassische Reha machen, wie man das halt hat mit Kur und allem: Was wäre da die Empfehlung – tut man in der normalen Einrichtung und gibt es eine Assistenz, oder gibt's auch gesonderte bei Ihnen? **Prof. Kunert:** Also eine Assistenz kann theoretisch auch mit dazukommen, als Begleitperson, wenn Sie eine Assistenz haben. Und prinzipiell gibt's in einer anderen Einrichtung natürlich keine spezifischen Angebote für Sie – das ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Sie können einfach aktiv werden und im Internet eingeben „medizinische Reha", und dort können Sie Ihren Antrag selber ausfüllen, und Sie werden ja vielleicht irgendwelche Briefe aus der Klinik haben, die hängen Sie da einfach an. Und da gibt's genau Fragen: Was haben Sie für Einschränkungen, gibt's ein berufliches Thema, gibt's ein soziales Thema – das können Sie relativ einfach machen. Sie sind jung, ich denke, das sollte überhaupt kein Problem sein – da wird ich keine Abgehen ein, und es muss eben irgendwo oben die Augendiagnose draufstehen, also „ich hab eine Augenerkrankung", sonst landen Sie vielleicht wirklich woanders. **Moderation:** Zwei Fragen aus dem Chat, und zwar die erste Frage wäre von Natascha: Bieten Sie Online-Schulungen an? **Prof. Kunert:** Online-Schulungen für Patienten, die bei uns nicht waren, bieten wir nicht an. Wir sind gerade dabei – das haben wir jetzt eigentlich fertig – eine Nachsorge: Also wenn man in der Reha war und wieder zu Hause ist, kann man eine Nachsorge machen, das haben wir telemedial mit einem Sehbehinderten-Pädagogen erarbeitet, da sind wir gerade dabei, das auf die Schiene zu bringen. Also wenn man in der stationären Reha war, dass man Therapieangebote online weiterführen kann zu Hause – aber für ambulante Patienten bieten wir nichts an. **Moderation:** Zweite Frage, von Karin: Erstmal ein toller Vortrag, und ob es möglich wäre, die Präsentation zu bekommen. **Prof. Kunert:** Die wird in zwei Wochen online gestellt, auf der SightCity-Netseite. **Moderation:** Danke schön, und hier kommt noch eine Frage hier vorne, Moment – und dann müssen wir auch schließen, weil die nächsten Besucher schon hier sind. **Frage aus dem Publikum:** Wir sind beide privat versicherungsberechtigt, wie ist da die Vorgehensweise für die Beantragung der Reha? **Prof. Schrage:** Privat versichert, ja, das ist ein bisschen schwieriger, da müssen Sie sich das so ein bisschen zusammensammeln: Sie müssen gucken, sind Sie beide noch erwerbstätig – dann müssen Sie mit Ihrer Krankenkasse reden, die werden wahrscheinlich nur einen Teil davon übernehmen, wobei das trotz alledem relativ überschaubar ist. Sie können sich auch gerne noch mal an uns wenden und mal Ihr Anliegen, Ihre Erkrankung schreiben, und dann geben wir Ihnen noch mal ein paar persönliche Tipps. **Prof. Schrage:** Dann danke ich allen, die hier waren, wir werden jetzt einen ziemlichen Besucherwechsel haben, hier wird schon gewartet, und – und Gebärdenübersetzung, ich würd sagen – danke, und wir sehen uns dann später wieder. Hallo, wir hoffen, der Vortrag hat Ihnen gefallen. Mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F032002. Vielen Dank und bis zur nächsten SightCity, tschüss. ────────────────────────────────────────── Mehr Informationen: https://sightcity.net/F032002